Master Wirtschaftspädagogik Qualifizierungsrichtung Deutsch
Gesamtansicht – Wintersemester 2026/2027
SLK-MAWP-DEU-EWLIT
(Erweiterungsmodul: Literatur und Kultur)
- Vorlesung – [ÄDL - Malcher] - Er, Dietrich (und Hauptschlüssel aller Heldentaten)
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- In Heldendichtungen fließt viel Blut, das ist zumindest für vormodernes Erzählen selbstverständlich. Auch wenn das Superheldenkino darauf bisweilen verzichten kann, weil die medialen und waffengeschichtlichen Möglichkeiten für die Inszenierung eines vulnerablen Leibs andere sind (oder es den Topos ironisch bricht wie in The Boys), stehen auch dort Fragen nach Sinn und Unsinn von Gewalthandeln im Zentrum. Vielleicht ist das die einzige historische Kontinuität des Heldenhaften: Die Körperoberflächen werden als Projektionsflächen von Identität fokussiert und im Kampf um ihre Integrität werden dann Normen verhandelbar. Dabei kann es um Fragen legitimen Gewalthandelns geben, aber auch um soziale Verbindlichkeiten, die sich davon emanzipiert haben.
Dietrich von Bern ist der wichtigste Held der deutschsprachigen Heldendichtung im Mittelalter. Sein Auftritt im zweiten Teil des Nibelungenlieds zeigt das bereits deutlich. Daneben und danach hat sich an dieser Figur eine ganze Erzählwelt angelagert, die weniger im Fokus moderner Rezeption steht. Von den entsprechenden Texten werden wir mit Laurin, Eckenlied und Sigenot jene ins Zentrum des Seminars stellen, die am deutlichsten Bezüge auf Leib und Körper verhandeln. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte der Heldenepik. Nutzen Sie dazu eine der einschlägigen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Joachim Heinzle: Einführung in die Dietrichepik (1999) oder Victor Millet: Germanische Heldendichtung im Mittelalter (2008).
- Seminar – [ÄDL - Sablotny] - Wolframs von Eschenbach „Parzival“ – schwieriger Held und wildes Erzählen
- Lehrperson
-
- Dr. Antje Sablotny
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- „vindaere wilder maere, / der maere wildenaere“ – mit diesen wenig schmeichelhaften Worten charakterisiert Gottfried von Straßburg seinen Dichterkollegen Wolfram von Eschenbach. Tatsächlich verlangt Wolframs um 1200/10 entstandener „Parzival“ eine aufmerksame und mitunter geduldige Leserschaft: Der komplexe Aufbau des Romans und ein Erzähler, der seine Rezipient:innen durch virtuosen Umgang mit Sprache immer wieder herausfordert, machen den „Parzival“ zu einem faszinierenden Beispiel mittelalterlichen Erzählens.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die gemeinsame Erarbeitung und Interpretation ausgewählter Textpassagen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Poetik des Romans und den Strategien seines Erzählens: Wie lenkt und irritiert der Erzähler seine Rezipient:innen? Wie werden Wissen, Nichtwissen und Erkenntnis inszeniert? Und wie wird der gleichnamige Held des Romans durch diese Erzählweise überhaupt erst als Figur konstituiert? Dabei werden zentrale Themen und Problemfelder behandelt, darunter Gewalt, Sünde und Buße, Verwandtschaft und Genealogie, Minne sowie Selbstreflexion und Ichkonstitution des Helden. - Literatur
-
- - Textgrundlage: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann. Übertragen von Dieter Kühn. 2 Bde., Frankfurt am Main 1994ff. (Deutscher Klassiker Verlag, Taschenbuch, neu 35€, 11 ausleihbare Exemplare in der SLUB)
- - zur Einführung: Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach. Stuttgart, Weimar ⁸2004 (Sammlung Metzler, 36). Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren, 12; zweite, neu bearbeitete Auflage 2025); Hartmann, Heiko: Einführung in das Werk Wolframs von Eschenbach, Stuttgart 2025.
- Seminar – [ÄDL - Malcher] - Überschreitungen: Ulrich von Liechtenstein als Lyriker
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde W48/0103 In Präsenz - Beschreibung
- Berühmt ist der steirische Ministeriale Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) heute aus zwei Gründen. Zum einen verfasste er die erste deutschsprachige Autobiographie (womit ein modern im Begriff ‚Autofiktion‘ gefasstes Faszinationsfeld die literarhistorische Bühne betritt). Die Ursprünge einer solchen Innovation sind freilich nicht so sehr vom ritterlichen Ego her zu denken, als von der im Minnesang dominanten Ich-Rolle: Ulrichs erzählerische Grenzüberschreitung ist ein artistisches Formexperiment. Zum anderen steht der Liechtensteiner für eine besonders markante Form adliger Selbstinszenierung, die ebenfalls als Transgression gefasst werden muss. Nicht nur schreibt die Manessische Liederhandschrift diesem (nebenbei: sehr mächtigen) Politiker 58 Minnelieder, in der Regel Frauenpreislieder, zu und tragen seine beiden erzählenden Ich-Texte die Titel Frauendienst und Frauenbuch. Auch eine seiner Residenzen hieß Frauenburg. Die Engführung von Welt und Imagination wird hier geradezu auf einen Namen gebracht.
Das Seminar wird sich dem nur am Rande widmen können. In seinem Zentrum stehen die Lieder und – dritte Überschreitung – wie Ulrich als einer der Protagonisten des sogenannten nachklassischen Sangs Profil gewinnt. Spoiler-Alarm: Nur zur Hälfte spöttisch hat man Ulrich einen Realisten des Minnesangs genannt. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte des Minnesangs. Nutzen Sie dazu eine der zahlreichen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Gert Hübner: Minnesang im 13. Jahrhundert (2008).
- Seminar – [NDL – Bothe] - Joseph Conrad: Heart of Darkness (in der NdL)
- Lehrperson
-
- Dr. Thorsten Bothe
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 5. Doppelstunde W48/0.01 In Präsenz - Beschreibung
- Mit Joseph Conrads Erzählung "Heart of Darkness" perspektiviert das komparatistisch angelegte Seminar zentrale Diskurse der interkulturellen Literaturwissenschaft. Die Bewertungen dieses (post-)kolonialen Klassikers reichen von einer angeblich durch Conrad gelungenen Exhibitionierung eines widerwärtigen belgischen Kolonialismus, über die Ansicht, Conrad sei ein übler Rassist gewesen, bis hin zu einer Sichtweise, der Text sei eigentlich eine neutrale enthnographische Studie. Zu Beginn setzen wir uns intensiv mit Conrads Text auseinander, lesen ausgewählte Forschungspositionen und widmen uns anschließend vor allem anhand von literarischen Texten der Rezeptionsgeschichte von "Heart of Darkness" in der neueren deutschen Literatur (u.a. von Kafka, Thomas Mann, über Christa Wolf, Lukas Bärfuss, Hans Christoph Buch bis hin zu Dorothee Elmiger). Unsere Lektüren werden dabei von wissensgeschichtlichen (Darwin), philosophischen (Hegel) und Texten zum historischen Kontext digressiv begleitet. Je nach Interessen der Seminarteilnehmer:innen, kann das Seminar auch Verfilmungen von Werner Herzog oder Francis Ford Coppola ("Apocalypse Now") aufnehmen.
- Literatur
- Die fünfte Auflage der Norton Critical Edition wird zur Anschaffung empfohlen (Conrad, Joseph, and Paul B. Armstrong. Heart of Darkness: Authoritative Text, Backgrounds and Contexts, Criticism. Fifth edition. Norton Critical Edition. New York: W. W. Norton & Company, 2016). Ein Reader mit Primärtexten und Forschungsliteratur wird in der ersten Vorlesungswoche via OPAL bereitgestellt. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft "Heart of Darkness" im Original sowie englischsprachige Sekundärliteratur zu lesen.
- Seminar – [NDL – Gerigk] - Autofiktion
- Lehrperson
-
- PD Dr. Anja Gerigk
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Angesichts der medienkulturellen Gegenwart hat sich Literatur und danach auch die Forschung mit zwei Bezugsgrößen literarischer Kommunikation und deren Verhältnis verstärkt auseinandergesetzt: Autorschaft und Fiktionalität. Das Seminar untersucht Spielarten des Autofiktionalen und geht von der Annahme aus, dass die neuere Gattungspraxis (para-)textuell auf ein Umfeld reagiert, in dem mediale Selbstinszenierung – als fingierte Authentizität oder ,ehrliche Erfindung‘ (Hoppe) – allgegenwärtig ist. Autobiografisches Schreiben bildet den klassischen Ausgangspunkt, den die in vielfachem Sinne selbstreflexiven Erzählwerke nutzen, um sich größere Freiheiten zu nehmen. Der Roman „Hoppe“ (2012) von Felicitas Hoppe demonstriert dieses Grundprinzip auf andere Weise als die erinnerte und erzählte „Herkunft“ (2019) von Saša Stanišić. Andere Texte experimentieren damit, wie inszenierte Autorschaft im digitalen Zeitalter funktioniert (Clemens Setz „Bot. Gespräch ohne Autor“) oder welche Rolle ihr innerhalb des Literaturbetriebs zukommt: Dazu hat Thomas Glavinic einen satirischen Roman mit dem schönen Titel „Das bin doch ich“ (2007) veröffentlicht. Zusätzliche Beispiele, u.a. von Wolf Haas, zeigen ebenfalls, dass ,AutorInnen als Figuren‘ einen Komplex eröffnet, der zeitgenössische (Medien-)Kultur exemplarisch reflektiert.
- Literatur
- Zum Einstieg in die Sekundärliteratur vgl. Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.): Auto(r)fiktion. Literarische Verfahren der Selbstkonstruktion (Aisthesis 2013).
- Vorlesung – [NDL – Koch, L.] - Narrative der Kultur
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde – Virtuell - Beschreibung
- Der Mensch als „homo narrans“ ist auf die Kulturtechnik des Erzählens angewiesen, um sich zur Wirklichkeit in ein Verhältnis zu setzen. Das Erzählen wird ihm dabei zu einem Medium, um sich aus dem Absolutismus der Wirklichkeit zu emanzipieren. Von dieser Grundüberlegung ausgehend, fragt die Vorlesung nach unterschiedlichen Narrationstypen und der Herstellung von sozialem Sinn in unterschiedlichen Narrativen. In einem methodenorientierten Teil wird es darum gehen, die Leistungsfähigkeit einer Narratologie der Kultur zu diskutieren. Daran anschließend rekonstruiert die Vorlesung materialorientiert zentrale Narrative der Kultur – allen voran das der Apokalypse, der Rettung, des Verfalls, des Fortschritts und der Feindschaft – und fragt nach den politischen Kontexten und Konsequenzen ihrer spektakulären (Re-)inszenierung in unterschiedlichen historischen Situationen und differierenden Medienkonstellationen.
- Seminar – [NDL – Tarbuk] - Postmigrantische Gegenwartsliteratur
- Lehrperson
-
- Dr. Lara Tarbuk
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Die Verwendung des Begriffes ‚postmigrantisch‘ geht im deutschsprachigen Raum auf das Theater zurück: Ab 2008 als Intendantin des Theaters Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg sowie ab 2013 als Leiterin des Maxim Gorki Theaters verschaffte Shermin Langhoff ihm breitere Aufmerksamkeit. Als ein Dilemma des Begriffs beschreibt Langhoff: „einerseits der Drang nach Emanzipation und Kenntlichmachung und andererseits der Wunsch nach Auflösung des Andersseins, nach Anerkennung jenseits des Spezifikums.“ Auch in der Soziologie hat der Begriff, als ‚postmigrantisches Paradigma‘, eine umfassende Theoretisierung erfahren. Das Seminar fragt mit Blick auf ausgewählte literarische Texte nach seiner literaturwissenschaftlichen Tragweite für die Erforschung der Gegenwartsliteratur sowie nach den Fallstricken einer entsprechenden Korpusbildung.
- Literatur
- Gelesen werden u.a. Texte von Fatma Aydemir, Saša Stanišić, Dinçer Güçyeter und Mithu Sanyal.
- Seminar – [NDL – Teufel] - Märchenwelten
- Lehrperson
-
- Dr. Annette Teufel
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde W48/0.01 In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar widmet sich der Gestaltung fiktionaler Welten in Volksmärchen, Kunstmärchen, Märchenverfilmungen und Märchenparodien.
Mit je unterschiedlichem methodischem Instrumentarium sollen zum einen die Gestaltung und Ordnung der fiktionalen Räume und zum anderen Figuren und Figurengruppierungen als Akteur:innen in diesen Räumen analytisch erschlossen werden. Im Vergleich der Märchenräume und -figuren werden zudem Strategien und Konventionen identifiziert, die Märchenstoffe bis in die Gegenwart – nicht nur für kindliche Leser:innen und Rezipient:innen – attraktiv halten.
Gegenstand des Seminars sind:
• Märchen-TEXTE: Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm / Hans Christian Andersen: „Die kleine Meerjungfrau“, „Das hässliche junge Entlein“, „Im Entenhof“ / Wilhelm Hauff: „Das tote Herz“ / Novalis: „Hyazinth und Rosenblütchen“
• Märchen-TRANSFORMATIONEN: Wolfgang Amadeus Mozart/Emanuel Schikaneder: „Die Zauberflöte“ / „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (Václav Vorlíček, ČSSR/DDR 1973) / „Schneewittchen und der Zauber der Zwerge“ (Ngo The Chau, D 2019)
• Märchen-PARODIEN: „Shrek“ (USA 2001-2010), Walter Moers: „Ensel und Krete“
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zu intensiver Lektüre, unabhängig von der jeweiligen Prüfungsleistung. Insbesondere ist die Kenntnis der zu besprechenden Texte und Filme unerlässlich.
Genauere Informationen, Lektürehinweise sowie Materialien zur Vorbereitung werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie für Ihre Studienjahresplanung, dass dieses Seminar nur im Wintersemester 2026/27, nicht aber im Sommersemester 2027 angeboten wird.
- Seminar – [NDL – Teufel] - Einführung in die Filmanalyse
- Lehrperson
-
- Dr. Annette Teufel
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/1.03 In Präsenz - Beschreibung
- In der Konkurrenz der Künste etablieren sich die audiovisuellen Medien zunehmend als Leitmedien unserer Kultur. Der Film als Generator von Bildern erzählt Geschichten, die Welt deuten, Welt-Bilder und Mythen schaffen. Indem er dabei jedoch in der Regel seine eigene Materialität, seinen Inszenierungscharakter und die hinter ihm stehenden Institutionen unsichtbar zu machen bestrebt ist, gelingt es dem Film zugleich, den Eindruck zu schaffen, er zeige nicht Bilder der Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit selbst. In unserer medial geprägten Wirklichkeit treten filmische Wahrnehmungen darum zugleich zunehmend in eine Konkurrenzbeziehung zu anderen, nicht medial vermittelten Wahrnehmungsformen.
Ziel des Seminars ist eine Einführung in die Filmanalyse, die Kompetenzen im Umgang mit dem Zeichensystem der Filmkunst schulen soll. Es geht also zunächst um die Aneignung geeigneter Kategorien zur Beschreibung von filmischen Darstellungsstrategien; darauf aufbauend sollen Formen und Konventionen des filmischen ‚Erzählens’ analysiert werden. Die Auswahl der Filme soll dabei zugleich einen Einblick in filmische Genres und in die Entwicklung des Mediums Film ermöglichen.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zu intensiver Lektüre, unabhängig von der jeweiligen Prüfungsleistung. Insbesondere ist die Kenntnis der zu besprechenden Filme unerlässlich.
Genauere Informationen sowie Materialien zur Vorbereitung werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt.
Als einführende Lektüre, die im Buch-Semesterapparat der SLUB zu finden ist, wird empfohlen: - Literatur
-
- Knut Hickethier: Film- und Fernsehanalyse. 4., aktualis. u. erw. Aufl. Stuttgart/Weimar: Metzler 2007.
- Michaela Krützen: Dramaturgie des Films. Wie Hollywood erzählt. Frankfurt a. Main: Fischer 2006.
- Vorlesung – [ÄDL - Sablotny] - Die Macht des Hagiographischen – Transformationen legendarischen Erzählens in Mittelalter und Früher Neuzeit
- Lehrperson
-
- ÄDL NN
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 60
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 3. Doppelstunde W48, ABS, BSS In Präsenz - Beschreibung
- Die Legende ist eine Leitgattung religiöser Kommunikation und von Beginn an mit der Geschichte des Christentums eng verbunden. Sie erzählt vom heiligmäßigen Leben oder vom Märtyrertod eines in der Regel historisch verbürgten Menschen, von seinen Tugenden, Taten und Wundern – kurzum: immer wieder davon, wie sich das Heilige in der Welt manifestiert und dies den Glauben in Gott stärkt. Weil die Legende den religiösen Wandel im Großen (wie bei der Reformation) und im Kleineren (wie bei Ordensgründungen) stets begleitet und mitgestaltet, ist sie besonders transformationsaffin.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen und Funktionen legendarischen Erzählens – angefangen bei den frühchristlichen Märtyrerakten über umfangreiche im Jahreskreis angeordnete Legenden- und Mirakelsammlungen bis hin zu Luthers „Lügend“ (einer fundamentalen Kritik an der Legende) und deren Folgen für das hagiographische Erzählen im reformatorischen 16. Jahrhundert. Dabei werden zentrale narrative Muster ebenso in den Blick genommen wie die Bedeutung der Legende für die religiöse Praxis und Ausbildung konfessioneller Identitäten. - Literatur
- Zur Einführung: Kunze, Konrad: Art. ‚Legende‘, in: S. 389–393; Ehrismann, Otfrid: Fabeln, Mären, Schwänke und Legenden im Mittelalter, Darmstadt 2011, insb. S. 98–128; Weitbrecht, Julia et al.: Legendarisches Erzählen. Optionen und Modelle in Spätantike und Mittelalter, Berlin 2019.
SLK-MAWP-DEU-ERLIT
(Ergänzungsmodul: Literatur und Kultur)
- Vorlesung – [ÄDL - Malcher] - Er, Dietrich (und Hauptschlüssel aller Heldentaten)
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- In Heldendichtungen fließt viel Blut, das ist zumindest für vormodernes Erzählen selbstverständlich. Auch wenn das Superheldenkino darauf bisweilen verzichten kann, weil die medialen und waffengeschichtlichen Möglichkeiten für die Inszenierung eines vulnerablen Leibs andere sind (oder es den Topos ironisch bricht wie in The Boys), stehen auch dort Fragen nach Sinn und Unsinn von Gewalthandeln im Zentrum. Vielleicht ist das die einzige historische Kontinuität des Heldenhaften: Die Körperoberflächen werden als Projektionsflächen von Identität fokussiert und im Kampf um ihre Integrität werden dann Normen verhandelbar. Dabei kann es um Fragen legitimen Gewalthandelns geben, aber auch um soziale Verbindlichkeiten, die sich davon emanzipiert haben.
Dietrich von Bern ist der wichtigste Held der deutschsprachigen Heldendichtung im Mittelalter. Sein Auftritt im zweiten Teil des Nibelungenlieds zeigt das bereits deutlich. Daneben und danach hat sich an dieser Figur eine ganze Erzählwelt angelagert, die weniger im Fokus moderner Rezeption steht. Von den entsprechenden Texten werden wir mit Laurin, Eckenlied und Sigenot jene ins Zentrum des Seminars stellen, die am deutlichsten Bezüge auf Leib und Körper verhandeln. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte der Heldenepik. Nutzen Sie dazu eine der einschlägigen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Joachim Heinzle: Einführung in die Dietrichepik (1999) oder Victor Millet: Germanische Heldendichtung im Mittelalter (2008).
- Seminar – [ÄDL - Sablotny] - Wolframs von Eschenbach „Parzival“ – schwieriger Held und wildes Erzählen
- Lehrperson
-
- Dr. Antje Sablotny
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- „vindaere wilder maere, / der maere wildenaere“ – mit diesen wenig schmeichelhaften Worten charakterisiert Gottfried von Straßburg seinen Dichterkollegen Wolfram von Eschenbach. Tatsächlich verlangt Wolframs um 1200/10 entstandener „Parzival“ eine aufmerksame und mitunter geduldige Leserschaft: Der komplexe Aufbau des Romans und ein Erzähler, der seine Rezipient:innen durch virtuosen Umgang mit Sprache immer wieder herausfordert, machen den „Parzival“ zu einem faszinierenden Beispiel mittelalterlichen Erzählens.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die gemeinsame Erarbeitung und Interpretation ausgewählter Textpassagen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Poetik des Romans und den Strategien seines Erzählens: Wie lenkt und irritiert der Erzähler seine Rezipient:innen? Wie werden Wissen, Nichtwissen und Erkenntnis inszeniert? Und wie wird der gleichnamige Held des Romans durch diese Erzählweise überhaupt erst als Figur konstituiert? Dabei werden zentrale Themen und Problemfelder behandelt, darunter Gewalt, Sünde und Buße, Verwandtschaft und Genealogie, Minne sowie Selbstreflexion und Ichkonstitution des Helden. - Literatur
-
- - Textgrundlage: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann. Übertragen von Dieter Kühn. 2 Bde., Frankfurt am Main 1994ff. (Deutscher Klassiker Verlag, Taschenbuch, neu 35€, 11 ausleihbare Exemplare in der SLUB)
- - zur Einführung: Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach. Stuttgart, Weimar ⁸2004 (Sammlung Metzler, 36). Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren, 12; zweite, neu bearbeitete Auflage 2025); Hartmann, Heiko: Einführung in das Werk Wolframs von Eschenbach, Stuttgart 2025.
- Seminar – [ÄDL - Malcher] - Überschreitungen: Ulrich von Liechtenstein als Lyriker
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde W48/0103 In Präsenz - Beschreibung
- Berühmt ist der steirische Ministeriale Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) heute aus zwei Gründen. Zum einen verfasste er die erste deutschsprachige Autobiographie (womit ein modern im Begriff ‚Autofiktion‘ gefasstes Faszinationsfeld die literarhistorische Bühne betritt). Die Ursprünge einer solchen Innovation sind freilich nicht so sehr vom ritterlichen Ego her zu denken, als von der im Minnesang dominanten Ich-Rolle: Ulrichs erzählerische Grenzüberschreitung ist ein artistisches Formexperiment. Zum anderen steht der Liechtensteiner für eine besonders markante Form adliger Selbstinszenierung, die ebenfalls als Transgression gefasst werden muss. Nicht nur schreibt die Manessische Liederhandschrift diesem (nebenbei: sehr mächtigen) Politiker 58 Minnelieder, in der Regel Frauenpreislieder, zu und tragen seine beiden erzählenden Ich-Texte die Titel Frauendienst und Frauenbuch. Auch eine seiner Residenzen hieß Frauenburg. Die Engführung von Welt und Imagination wird hier geradezu auf einen Namen gebracht.
Das Seminar wird sich dem nur am Rande widmen können. In seinem Zentrum stehen die Lieder und – dritte Überschreitung – wie Ulrich als einer der Protagonisten des sogenannten nachklassischen Sangs Profil gewinnt. Spoiler-Alarm: Nur zur Hälfte spöttisch hat man Ulrich einen Realisten des Minnesangs genannt. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte des Minnesangs. Nutzen Sie dazu eine der zahlreichen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Gert Hübner: Minnesang im 13. Jahrhundert (2008).
- Seminar – [NDL – Bothe] - Joseph Conrad: Heart of Darkness (in der NdL)
- Lehrperson
-
- Dr. Thorsten Bothe
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 5. Doppelstunde W48/0.01 In Präsenz - Beschreibung
- Mit Joseph Conrads Erzählung "Heart of Darkness" perspektiviert das komparatistisch angelegte Seminar zentrale Diskurse der interkulturellen Literaturwissenschaft. Die Bewertungen dieses (post-)kolonialen Klassikers reichen von einer angeblich durch Conrad gelungenen Exhibitionierung eines widerwärtigen belgischen Kolonialismus, über die Ansicht, Conrad sei ein übler Rassist gewesen, bis hin zu einer Sichtweise, der Text sei eigentlich eine neutrale enthnographische Studie. Zu Beginn setzen wir uns intensiv mit Conrads Text auseinander, lesen ausgewählte Forschungspositionen und widmen uns anschließend vor allem anhand von literarischen Texten der Rezeptionsgeschichte von "Heart of Darkness" in der neueren deutschen Literatur (u.a. von Kafka, Thomas Mann, über Christa Wolf, Lukas Bärfuss, Hans Christoph Buch bis hin zu Dorothee Elmiger). Unsere Lektüren werden dabei von wissensgeschichtlichen (Darwin), philosophischen (Hegel) und Texten zum historischen Kontext digressiv begleitet. Je nach Interessen der Seminarteilnehmer:innen, kann das Seminar auch Verfilmungen von Werner Herzog oder Francis Ford Coppola ("Apocalypse Now") aufnehmen.
- Literatur
- Die fünfte Auflage der Norton Critical Edition wird zur Anschaffung empfohlen (Conrad, Joseph, and Paul B. Armstrong. Heart of Darkness: Authoritative Text, Backgrounds and Contexts, Criticism. Fifth edition. Norton Critical Edition. New York: W. W. Norton & Company, 2016). Ein Reader mit Primärtexten und Forschungsliteratur wird in der ersten Vorlesungswoche via OPAL bereitgestellt. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft "Heart of Darkness" im Original sowie englischsprachige Sekundärliteratur zu lesen.
- Seminar – [NDL – Gerigk] - Autofiktion
- Lehrperson
-
- PD Dr. Anja Gerigk
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Angesichts der medienkulturellen Gegenwart hat sich Literatur und danach auch die Forschung mit zwei Bezugsgrößen literarischer Kommunikation und deren Verhältnis verstärkt auseinandergesetzt: Autorschaft und Fiktionalität. Das Seminar untersucht Spielarten des Autofiktionalen und geht von der Annahme aus, dass die neuere Gattungspraxis (para-)textuell auf ein Umfeld reagiert, in dem mediale Selbstinszenierung – als fingierte Authentizität oder ,ehrliche Erfindung‘ (Hoppe) – allgegenwärtig ist. Autobiografisches Schreiben bildet den klassischen Ausgangspunkt, den die in vielfachem Sinne selbstreflexiven Erzählwerke nutzen, um sich größere Freiheiten zu nehmen. Der Roman „Hoppe“ (2012) von Felicitas Hoppe demonstriert dieses Grundprinzip auf andere Weise als die erinnerte und erzählte „Herkunft“ (2019) von Saša Stanišić. Andere Texte experimentieren damit, wie inszenierte Autorschaft im digitalen Zeitalter funktioniert (Clemens Setz „Bot. Gespräch ohne Autor“) oder welche Rolle ihr innerhalb des Literaturbetriebs zukommt: Dazu hat Thomas Glavinic einen satirischen Roman mit dem schönen Titel „Das bin doch ich“ (2007) veröffentlicht. Zusätzliche Beispiele, u.a. von Wolf Haas, zeigen ebenfalls, dass ,AutorInnen als Figuren‘ einen Komplex eröffnet, der zeitgenössische (Medien-)Kultur exemplarisch reflektiert.
- Literatur
- Zum Einstieg in die Sekundärliteratur vgl. Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.): Auto(r)fiktion. Literarische Verfahren der Selbstkonstruktion (Aisthesis 2013).
- Vorlesung – [NDL – Koch, L.] - Narrative der Kultur
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde – Virtuell - Beschreibung
- Der Mensch als „homo narrans“ ist auf die Kulturtechnik des Erzählens angewiesen, um sich zur Wirklichkeit in ein Verhältnis zu setzen. Das Erzählen wird ihm dabei zu einem Medium, um sich aus dem Absolutismus der Wirklichkeit zu emanzipieren. Von dieser Grundüberlegung ausgehend, fragt die Vorlesung nach unterschiedlichen Narrationstypen und der Herstellung von sozialem Sinn in unterschiedlichen Narrativen. In einem methodenorientierten Teil wird es darum gehen, die Leistungsfähigkeit einer Narratologie der Kultur zu diskutieren. Daran anschließend rekonstruiert die Vorlesung materialorientiert zentrale Narrative der Kultur – allen voran das der Apokalypse, der Rettung, des Verfalls, des Fortschritts und der Feindschaft – und fragt nach den politischen Kontexten und Konsequenzen ihrer spektakulären (Re-)inszenierung in unterschiedlichen historischen Situationen und differierenden Medienkonstellationen.
- Seminar – [NDL – Tarbuk] - Postmigrantische Gegenwartsliteratur
- Lehrperson
-
- Dr. Lara Tarbuk
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Die Verwendung des Begriffes ‚postmigrantisch‘ geht im deutschsprachigen Raum auf das Theater zurück: Ab 2008 als Intendantin des Theaters Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg sowie ab 2013 als Leiterin des Maxim Gorki Theaters verschaffte Shermin Langhoff ihm breitere Aufmerksamkeit. Als ein Dilemma des Begriffs beschreibt Langhoff: „einerseits der Drang nach Emanzipation und Kenntlichmachung und andererseits der Wunsch nach Auflösung des Andersseins, nach Anerkennung jenseits des Spezifikums.“ Auch in der Soziologie hat der Begriff, als ‚postmigrantisches Paradigma‘, eine umfassende Theoretisierung erfahren. Das Seminar fragt mit Blick auf ausgewählte literarische Texte nach seiner literaturwissenschaftlichen Tragweite für die Erforschung der Gegenwartsliteratur sowie nach den Fallstricken einer entsprechenden Korpusbildung.
- Literatur
- Gelesen werden u.a. Texte von Fatma Aydemir, Saša Stanišić, Dinçer Güçyeter und Mithu Sanyal.
- Seminar – [NDL – Teufel] - Märchenwelten
- Lehrperson
-
- Dr. Annette Teufel
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde W48/0.01 In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar widmet sich der Gestaltung fiktionaler Welten in Volksmärchen, Kunstmärchen, Märchenverfilmungen und Märchenparodien.
Mit je unterschiedlichem methodischem Instrumentarium sollen zum einen die Gestaltung und Ordnung der fiktionalen Räume und zum anderen Figuren und Figurengruppierungen als Akteur:innen in diesen Räumen analytisch erschlossen werden. Im Vergleich der Märchenräume und -figuren werden zudem Strategien und Konventionen identifiziert, die Märchenstoffe bis in die Gegenwart – nicht nur für kindliche Leser:innen und Rezipient:innen – attraktiv halten.
Gegenstand des Seminars sind:
• Märchen-TEXTE: Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm / Hans Christian Andersen: „Die kleine Meerjungfrau“, „Das hässliche junge Entlein“, „Im Entenhof“ / Wilhelm Hauff: „Das tote Herz“ / Novalis: „Hyazinth und Rosenblütchen“
• Märchen-TRANSFORMATIONEN: Wolfgang Amadeus Mozart/Emanuel Schikaneder: „Die Zauberflöte“ / „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (Václav Vorlíček, ČSSR/DDR 1973) / „Schneewittchen und der Zauber der Zwerge“ (Ngo The Chau, D 2019)
• Märchen-PARODIEN: „Shrek“ (USA 2001-2010), Walter Moers: „Ensel und Krete“
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zu intensiver Lektüre, unabhängig von der jeweiligen Prüfungsleistung. Insbesondere ist die Kenntnis der zu besprechenden Texte und Filme unerlässlich.
Genauere Informationen, Lektürehinweise sowie Materialien zur Vorbereitung werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie für Ihre Studienjahresplanung, dass dieses Seminar nur im Wintersemester 2026/27, nicht aber im Sommersemester 2027 angeboten wird.
- Seminar – [NDL – Teufel] - Einführung in die Filmanalyse
- Lehrperson
-
- Dr. Annette Teufel
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/1.03 In Präsenz - Beschreibung
- In der Konkurrenz der Künste etablieren sich die audiovisuellen Medien zunehmend als Leitmedien unserer Kultur. Der Film als Generator von Bildern erzählt Geschichten, die Welt deuten, Welt-Bilder und Mythen schaffen. Indem er dabei jedoch in der Regel seine eigene Materialität, seinen Inszenierungscharakter und die hinter ihm stehenden Institutionen unsichtbar zu machen bestrebt ist, gelingt es dem Film zugleich, den Eindruck zu schaffen, er zeige nicht Bilder der Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit selbst. In unserer medial geprägten Wirklichkeit treten filmische Wahrnehmungen darum zugleich zunehmend in eine Konkurrenzbeziehung zu anderen, nicht medial vermittelten Wahrnehmungsformen.
Ziel des Seminars ist eine Einführung in die Filmanalyse, die Kompetenzen im Umgang mit dem Zeichensystem der Filmkunst schulen soll. Es geht also zunächst um die Aneignung geeigneter Kategorien zur Beschreibung von filmischen Darstellungsstrategien; darauf aufbauend sollen Formen und Konventionen des filmischen ‚Erzählens’ analysiert werden. Die Auswahl der Filme soll dabei zugleich einen Einblick in filmische Genres und in die Entwicklung des Mediums Film ermöglichen.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zu intensiver Lektüre, unabhängig von der jeweiligen Prüfungsleistung. Insbesondere ist die Kenntnis der zu besprechenden Filme unerlässlich.
Genauere Informationen sowie Materialien zur Vorbereitung werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt.
Als einführende Lektüre, die im Buch-Semesterapparat der SLUB zu finden ist, wird empfohlen: - Literatur
-
- Knut Hickethier: Film- und Fernsehanalyse. 4., aktualis. u. erw. Aufl. Stuttgart/Weimar: Metzler 2007.
- Michaela Krützen: Dramaturgie des Films. Wie Hollywood erzählt. Frankfurt a. Main: Fischer 2006.
- Vorlesung – [ÄDL - Sablotny] - Die Macht des Hagiographischen – Transformationen legendarischen Erzählens in Mittelalter und Früher Neuzeit
- Lehrperson
-
- ÄDL NN
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 60
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 3. Doppelstunde W48, ABS, BSS In Präsenz - Beschreibung
- Die Legende ist eine Leitgattung religiöser Kommunikation und von Beginn an mit der Geschichte des Christentums eng verbunden. Sie erzählt vom heiligmäßigen Leben oder vom Märtyrertod eines in der Regel historisch verbürgten Menschen, von seinen Tugenden, Taten und Wundern – kurzum: immer wieder davon, wie sich das Heilige in der Welt manifestiert und dies den Glauben in Gott stärkt. Weil die Legende den religiösen Wandel im Großen (wie bei der Reformation) und im Kleineren (wie bei Ordensgründungen) stets begleitet und mitgestaltet, ist sie besonders transformationsaffin.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen und Funktionen legendarischen Erzählens – angefangen bei den frühchristlichen Märtyrerakten über umfangreiche im Jahreskreis angeordnete Legenden- und Mirakelsammlungen bis hin zu Luthers „Lügend“ (einer fundamentalen Kritik an der Legende) und deren Folgen für das hagiographische Erzählen im reformatorischen 16. Jahrhundert. Dabei werden zentrale narrative Muster ebenso in den Blick genommen wie die Bedeutung der Legende für die religiöse Praxis und Ausbildung konfessioneller Identitäten. - Literatur
- Zur Einführung: Kunze, Konrad: Art. ‚Legende‘, in: S. 389–393; Ehrismann, Otfrid: Fabeln, Mären, Schwänke und Legenden im Mittelalter, Darmstadt 2011, insb. S. 98–128; Weitbrecht, Julia et al.: Legendarisches Erzählen. Optionen und Modelle in Spätantike und Mittelalter, Berlin 2019.
SLK-MAWP-DEU-S1LIT
(Spezialisierungsmodul 1: Literatur und Kultur)
- Vorlesung – [ÄDL - Malcher] - Er, Dietrich (und Hauptschlüssel aller Heldentaten)
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- In Heldendichtungen fließt viel Blut, das ist zumindest für vormodernes Erzählen selbstverständlich. Auch wenn das Superheldenkino darauf bisweilen verzichten kann, weil die medialen und waffengeschichtlichen Möglichkeiten für die Inszenierung eines vulnerablen Leibs andere sind (oder es den Topos ironisch bricht wie in The Boys), stehen auch dort Fragen nach Sinn und Unsinn von Gewalthandeln im Zentrum. Vielleicht ist das die einzige historische Kontinuität des Heldenhaften: Die Körperoberflächen werden als Projektionsflächen von Identität fokussiert und im Kampf um ihre Integrität werden dann Normen verhandelbar. Dabei kann es um Fragen legitimen Gewalthandelns geben, aber auch um soziale Verbindlichkeiten, die sich davon emanzipiert haben.
Dietrich von Bern ist der wichtigste Held der deutschsprachigen Heldendichtung im Mittelalter. Sein Auftritt im zweiten Teil des Nibelungenlieds zeigt das bereits deutlich. Daneben und danach hat sich an dieser Figur eine ganze Erzählwelt angelagert, die weniger im Fokus moderner Rezeption steht. Von den entsprechenden Texten werden wir mit Laurin, Eckenlied und Sigenot jene ins Zentrum des Seminars stellen, die am deutlichsten Bezüge auf Leib und Körper verhandeln. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte der Heldenepik. Nutzen Sie dazu eine der einschlägigen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Joachim Heinzle: Einführung in die Dietrichepik (1999) oder Victor Millet: Germanische Heldendichtung im Mittelalter (2008).
- Seminar – [ÄDL - Sablotny] - Wolframs von Eschenbach „Parzival“ – schwieriger Held und wildes Erzählen
- Lehrperson
-
- Dr. Antje Sablotny
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- „vindaere wilder maere, / der maere wildenaere“ – mit diesen wenig schmeichelhaften Worten charakterisiert Gottfried von Straßburg seinen Dichterkollegen Wolfram von Eschenbach. Tatsächlich verlangt Wolframs um 1200/10 entstandener „Parzival“ eine aufmerksame und mitunter geduldige Leserschaft: Der komplexe Aufbau des Romans und ein Erzähler, der seine Rezipient:innen durch virtuosen Umgang mit Sprache immer wieder herausfordert, machen den „Parzival“ zu einem faszinierenden Beispiel mittelalterlichen Erzählens.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die gemeinsame Erarbeitung und Interpretation ausgewählter Textpassagen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Poetik des Romans und den Strategien seines Erzählens: Wie lenkt und irritiert der Erzähler seine Rezipient:innen? Wie werden Wissen, Nichtwissen und Erkenntnis inszeniert? Und wie wird der gleichnamige Held des Romans durch diese Erzählweise überhaupt erst als Figur konstituiert? Dabei werden zentrale Themen und Problemfelder behandelt, darunter Gewalt, Sünde und Buße, Verwandtschaft und Genealogie, Minne sowie Selbstreflexion und Ichkonstitution des Helden. - Literatur
-
- - Textgrundlage: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann. Übertragen von Dieter Kühn. 2 Bde., Frankfurt am Main 1994ff. (Deutscher Klassiker Verlag, Taschenbuch, neu 35€, 11 ausleihbare Exemplare in der SLUB)
- - zur Einführung: Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach. Stuttgart, Weimar ⁸2004 (Sammlung Metzler, 36). Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren, 12; zweite, neu bearbeitete Auflage 2025); Hartmann, Heiko: Einführung in das Werk Wolframs von Eschenbach, Stuttgart 2025.
- Seminar – [ÄDL - Malcher] - Überschreitungen: Ulrich von Liechtenstein als Lyriker
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde W48/0103 In Präsenz - Beschreibung
- Berühmt ist der steirische Ministeriale Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) heute aus zwei Gründen. Zum einen verfasste er die erste deutschsprachige Autobiographie (womit ein modern im Begriff ‚Autofiktion‘ gefasstes Faszinationsfeld die literarhistorische Bühne betritt). Die Ursprünge einer solchen Innovation sind freilich nicht so sehr vom ritterlichen Ego her zu denken, als von der im Minnesang dominanten Ich-Rolle: Ulrichs erzählerische Grenzüberschreitung ist ein artistisches Formexperiment. Zum anderen steht der Liechtensteiner für eine besonders markante Form adliger Selbstinszenierung, die ebenfalls als Transgression gefasst werden muss. Nicht nur schreibt die Manessische Liederhandschrift diesem (nebenbei: sehr mächtigen) Politiker 58 Minnelieder, in der Regel Frauenpreislieder, zu und tragen seine beiden erzählenden Ich-Texte die Titel Frauendienst und Frauenbuch. Auch eine seiner Residenzen hieß Frauenburg. Die Engführung von Welt und Imagination wird hier geradezu auf einen Namen gebracht.
Das Seminar wird sich dem nur am Rande widmen können. In seinem Zentrum stehen die Lieder und – dritte Überschreitung – wie Ulrich als einer der Protagonisten des sogenannten nachklassischen Sangs Profil gewinnt. Spoiler-Alarm: Nur zur Hälfte spöttisch hat man Ulrich einen Realisten des Minnesangs genannt. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte des Minnesangs. Nutzen Sie dazu eine der zahlreichen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Gert Hübner: Minnesang im 13. Jahrhundert (2008).
- Seminar – [NDL – Koch, L.] - Lars von Trier und seine Filme
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag, jede gerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Lars von Trier zählt zu den international bekanntesten und umstrittensten Regisseuren des europäischen Gegenwartskinos. Seine Filme verbinden formale Experimente mit einer radikalen Auseinandersetzung mit Moral, Geschlecht, Körper, Religion und Gewalt. Das Seminar will in Form von close screenings die spezifische Ästhetik seiner Filme rekonstruieren und danach fragen, wie seine Filme diskursiv, aber eben auch über ihre filmische Form politisch werden. Dabei stehen Fragen nach Autorschaft und Provokation, Empathie und Manipulation sowie nach den Grenzen des Darstellbaren im Mittelpunkt.
Das Seminar hat zwei Zielsetzungen: Einerseits geht es darum, am Material zu erproben, was es heißt, Filme wissenschaftlich zu rezipieren, zu analysieren und zu debattieren. Andererseits soll sich über die Beschäftigung mit Lars von Triers Werk eine kleine Geschichte des europäischen Autorenkinos seit den 1980er Jahren entfalten, die von Dogme 95 bis zu digitalen und seriellen Erzählformen reicht.
Content Note: Der Filmemacher Lars von Trier steht für eine Ästhetik der Drastik. Zu seinen Stilmitteln gehören explizite Darstellungen von psychischer und physischer Gewalt und Nacktheit. Thematisch geht es ihm immer wieder um die filmische Erkundung individueller wie kollektiver Schmerzpunkte. Von Triers Filme wollen das Publikum herausfordern, operieren manchmal manipulativ und zielen auf eine intensive ästhetische Erfahrung ab.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 2. Doppelstunde BSS/E41 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 5. Doppelstunde BSS/E41 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) III
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - ›Sprachspiele‹ und ›Automatensprache‹ (Sprachlernszenen) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Der Boom sprachgenerativer Künstlicher Intelligenz wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, was es eigentlich heißt, sprechen zu können. In der philosophischen Tradition gehört es zu den Wesensmerkmalen des Menschen, ein »sprachbegabtes Wesen« (ein »language animal«, wie Charles Taylor sagt) zu sein. Wird dieses ausgezeichnete Vermögen des Menschen heute zu Recht auch Maschinen zugesprochen? Oder überspielt die gängige Gleichsetzung der stochas¬tischen Verfahren von Large Language Models mit der leiblich und zwischenmenschlich verankerten Rede des Menschen einen nach wie vor bestehenden Wesens¬unter¬schied? Diesen und anderen Fragen in Bezug auf das Verhältnis von »Sprachspielen« (Ludwig Wittgenstein), mittels derer Menschen sprechen lernen, und der »Automatensprache« (Claudia Hamm), auf die Computer trainiert werden, wollen wir in Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Texten über das Erlernen einer Sprache nachgehen.
Das Seminar widmet sich dem Erlernen von Sprache mithin nicht aus der Perspektive der empirischen Sprach¬erwerbs¬forschung, sondern nimmt es in der ästhetisch vermittelten Form litera¬rischer Sprachlernszenen in den Blick. Diese Sprachlernszenen machen nicht nur vielfältigen philoso¬phischen, pädagogischen, politischen und ästhetischen Implika¬tionen des Sprechen-Lernens erfahrbar, sondern reflektieren auch, inwieweit der reale Sprach¬erwerb selbst ›szenischen‹ Charakter hat, insoweit das Erlernen einer Sprache ein nicht bloß kognitiver, sondern verkörperter und beziehungshafter Prozess ist.
Im Mittelpunkt des Seminars steht neben einigen theoretischen Texten, die uns das Rüstzeug für eine Verhältnisbestimmung von Menschen- und Maschinensprache liefern, eine eingehende Lektüre von Richard Powers’ Roman Galatea 2.2 (1995). Dieser Roman über einen Schriftsteller, der einem Computer das Lesen beibringt, erscheint rückblickend wie eine Antizipation der Entwicklungen der jüngeren KI-Forschung. Seine Reflexionen über den Stellenwert von Literatur im Zeitalter der technischen Modellierung des Sprachvermögens sind von ungeahnter Aktualität. - Literatur
-
- Akzente 70/71 (2023/24): Automatensprache. Hrsg. von Claudia Hamm.
- Powers, Richard: Galatea 2.2. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Frankfurt a.M.: Fischer 2000.
- Taylor, Charles: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Berlin: Suhrkamp 2017.
- Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. In: ders.: Werke Bd. 1. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1984, S. 225-580.
- Seminar – [NDL – Stricker] - ›Sprachspiele‹ und ›Automatensprache‹ (Sprachlernszenen) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 5. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Der Boom sprachgenerativer Künstlicher Intelligenz wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, was es eigentlich heißt, sprechen zu können. In der philosophischen Tradition gehört es zu den Wesensmerkmalen des Menschen, ein »sprachbegabtes Wesen« (ein »language animal«, wie Charles Taylor sagt) zu sein. Wird dieses ausgezeichnete Vermögen des Menschen heute zu Recht auch Maschinen zugesprochen? Oder überspielt die gängige Gleichsetzung der stochas¬tischen Verfahren von Large Language Models mit der leiblich und zwischenmenschlich verankerten Rede des Menschen einen nach wie vor bestehenden Wesens¬unter¬schied? Diesen und anderen Fragen in Bezug auf das Verhältnis von »Sprachspielen« (Ludwig Wittgenstein), mittels derer Menschen sprechen lernen, und der »Automatensprache« (Claudia Hamm), auf die Computer trainiert werden, wollen wir in Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Texten über das Erlernen einer Sprache nachgehen.
Das Seminar widmet sich dem Erlernen von Sprache mithin nicht aus der Perspektive der empirischen Sprach¬erwerbs¬forschung, sondern nimmt es in der ästhetisch vermittelten Form litera¬rischer Sprachlernszenen in den Blick. Diese Sprachlernszenen machen nicht nur vielfältigen philoso¬phischen, pädagogischen, politischen und ästhetischen Implika¬tionen des Sprechen-Lernens erfahrbar, sondern reflektieren auch, inwieweit der reale Sprach¬erwerb selbst ›szenischen‹ Charakter hat, insoweit das Erlernen einer Sprache ein nicht bloß kognitiver, sondern verkörperter und beziehungshafter Prozess ist.
Im Mittelpunkt des Seminars steht neben einigen theoretischen Texten, die uns das Rüstzeug für eine Verhältnisbestimmung von Menschen- und Maschinensprache liefern, eine eingehende Lektüre von Richard Powers’ Roman Galatea 2.2 (1995). Dieser Roman über einen Schriftsteller, der einem Computer das Lesen beibringt, erscheint rückblickend wie eine Antizipation der Entwicklungen der jüngeren KI-Forschung. Seine Reflexionen über den Stellenwert von Literatur im Zeitalter der technischen Modellierung des Sprachvermögens sind von ungeahnter Aktualität. - Literatur
-
- Akzente 70/71 (2023/24): Automatensprache. Hrsg. von Claudia Hamm.
- Powers, Richard: Galatea 2.2. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Frankfurt a.M.: Fischer 2000.
- Taylor, Charles: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Berlin: Suhrkamp 2017.
- Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. In: ders.: Werke Bd. 1. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1984, S. 225-580.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Literatur und Psychoanalyse (Freud-Lektüren) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch, jede gerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Psychoanalyse ist, so könnte man ironischerweise sagen, aus dem modernen Bewusstsein nicht wegzudenken, sei es auch, dass manche sie vielleicht gern daraus verdrängen würden. Nicht nur sind Begriffe wie das »Unbewusste«, die »Verdrängung«, der »Ödipuskomplex«, die »Urszene« oder der »Freud’sche Versprecher« längst fester Bestandteil des Alltagsvokabulars und prägen auf diese Weise unser heutiges Selbstverständnis. Psychoanalytische Konzepte und Verfahren gehören darüber hinaus zum etablierten Kanon literatur- und kultur¬wissen-schaft¬licher Methodenparadigmen.
In diesem Seminar wollen wir uns anhand einiger grundlegender Texte des Diskursbegründers Sigmund Freud (1856-1939) mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse vertraut machen. Dabei steht die Psychoanalyse nicht als therapeutische Behandlungsmethode, sondern als eine Kulturtheorie und Lektürepraxis im Fokus. Einerseits lässt sich beobachten, wie Freud selbst entscheidende Einsichten aus der Auseinandersetzung mit literarischen Texten gewinnt (bspw. Sophokles’ König Ödipus, Shakespeares Hamlet oder E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann), sodass man geradezu von einer Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur sprechen könnte. Umgekehrt werden wir gemeinsam untersuchen, inwieweit sich Erkenntnisse psycho¬analytischer Theorie¬bildung für die eigene hermeneutische Beschäftigung mit literarischen Texten fruchtbar machen lassen.
Zur Einführung: - Literatur
- Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren.« Schriften zur Kunst und Kultur. Hrsg. von Oliver Jahraus. Stuttgart: Reclam 2010.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Literatur und Psychoanalyse (Freud-Lektüren) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch, jede ungerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Psychoanalyse ist, so könnte man ironischerweise sagen, aus dem modernen Bewusstsein nicht wegzudenken, sei es auch, dass manche sie vielleicht gern daraus verdrängen würden. Nicht nur sind Begriffe wie das »Unbewusste«, die »Verdrängung«, der »Ödipuskomplex«, die »Urszene« oder der »Freud’sche Versprecher« längst fester Bestandteil des Alltagsvokabulars und prägen auf diese Weise unser heutiges Selbstverständnis. Psychoanalytische Konzepte und Verfahren gehören darüber hinaus zum etablierten Kanon literatur- und kultur¬wissen-schaft¬licher Methodenparadigmen.
In diesem Seminar wollen wir uns anhand einiger grundlegender Texte des Diskursbegründers Sigmund Freud (1856-1939) mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse vertraut machen. Dabei steht die Psychoanalyse nicht als therapeutische Behandlungsmethode, sondern als eine Kulturtheorie und Lektürepraxis im Fokus. Einerseits lässt sich beobachten, wie Freud selbst entscheidende Einsichten aus der Auseinandersetzung mit literarischen Texten gewinnt (bspw. Sophokles’ König Ödipus, Shakespeares Hamlet oder E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann), sodass man geradezu von einer Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur sprechen könnte. Umgekehrt werden wir gemeinsam untersuchen, inwieweit sich Erkenntnisse psycho¬analytischer Theorie¬bildung für die eigene hermeneutische Beschäftigung mit literarischen Texten fruchtbar machen lassen.
Zur Einführung: - Literatur
- Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren.« Schriften zur Kunst und Kultur. Hrsg. von Oliver Jahraus. Stuttgart: Reclam 2010.
SLK-MAWP-DEU-S2LIT
(Spezialisierungsmodul 2: Literatur und Kultur)
- Vorlesung – [ÄDL - Malcher] - Er, Dietrich (und Hauptschlüssel aller Heldentaten)
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- In Heldendichtungen fließt viel Blut, das ist zumindest für vormodernes Erzählen selbstverständlich. Auch wenn das Superheldenkino darauf bisweilen verzichten kann, weil die medialen und waffengeschichtlichen Möglichkeiten für die Inszenierung eines vulnerablen Leibs andere sind (oder es den Topos ironisch bricht wie in The Boys), stehen auch dort Fragen nach Sinn und Unsinn von Gewalthandeln im Zentrum. Vielleicht ist das die einzige historische Kontinuität des Heldenhaften: Die Körperoberflächen werden als Projektionsflächen von Identität fokussiert und im Kampf um ihre Integrität werden dann Normen verhandelbar. Dabei kann es um Fragen legitimen Gewalthandelns geben, aber auch um soziale Verbindlichkeiten, die sich davon emanzipiert haben.
Dietrich von Bern ist der wichtigste Held der deutschsprachigen Heldendichtung im Mittelalter. Sein Auftritt im zweiten Teil des Nibelungenlieds zeigt das bereits deutlich. Daneben und danach hat sich an dieser Figur eine ganze Erzählwelt angelagert, die weniger im Fokus moderner Rezeption steht. Von den entsprechenden Texten werden wir mit Laurin, Eckenlied und Sigenot jene ins Zentrum des Seminars stellen, die am deutlichsten Bezüge auf Leib und Körper verhandeln. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte der Heldenepik. Nutzen Sie dazu eine der einschlägigen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Joachim Heinzle: Einführung in die Dietrichepik (1999) oder Victor Millet: Germanische Heldendichtung im Mittelalter (2008).
- Seminar – [ÄDL - Sablotny] - Wolframs von Eschenbach „Parzival“ – schwieriger Held und wildes Erzählen
- Lehrperson
-
- Dr. Antje Sablotny
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- „vindaere wilder maere, / der maere wildenaere“ – mit diesen wenig schmeichelhaften Worten charakterisiert Gottfried von Straßburg seinen Dichterkollegen Wolfram von Eschenbach. Tatsächlich verlangt Wolframs um 1200/10 entstandener „Parzival“ eine aufmerksame und mitunter geduldige Leserschaft: Der komplexe Aufbau des Romans und ein Erzähler, der seine Rezipient:innen durch virtuosen Umgang mit Sprache immer wieder herausfordert, machen den „Parzival“ zu einem faszinierenden Beispiel mittelalterlichen Erzählens.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die gemeinsame Erarbeitung und Interpretation ausgewählter Textpassagen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Poetik des Romans und den Strategien seines Erzählens: Wie lenkt und irritiert der Erzähler seine Rezipient:innen? Wie werden Wissen, Nichtwissen und Erkenntnis inszeniert? Und wie wird der gleichnamige Held des Romans durch diese Erzählweise überhaupt erst als Figur konstituiert? Dabei werden zentrale Themen und Problemfelder behandelt, darunter Gewalt, Sünde und Buße, Verwandtschaft und Genealogie, Minne sowie Selbstreflexion und Ichkonstitution des Helden. - Literatur
-
- - Textgrundlage: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann. Übertragen von Dieter Kühn. 2 Bde., Frankfurt am Main 1994ff. (Deutscher Klassiker Verlag, Taschenbuch, neu 35€, 11 ausleihbare Exemplare in der SLUB)
- - zur Einführung: Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach. Stuttgart, Weimar ⁸2004 (Sammlung Metzler, 36). Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren, 12; zweite, neu bearbeitete Auflage 2025); Hartmann, Heiko: Einführung in das Werk Wolframs von Eschenbach, Stuttgart 2025.
- Seminar – [ÄDL - Malcher] - Überschreitungen: Ulrich von Liechtenstein als Lyriker
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde W48/0103 In Präsenz - Beschreibung
- Berühmt ist der steirische Ministeriale Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) heute aus zwei Gründen. Zum einen verfasste er die erste deutschsprachige Autobiographie (womit ein modern im Begriff ‚Autofiktion‘ gefasstes Faszinationsfeld die literarhistorische Bühne betritt). Die Ursprünge einer solchen Innovation sind freilich nicht so sehr vom ritterlichen Ego her zu denken, als von der im Minnesang dominanten Ich-Rolle: Ulrichs erzählerische Grenzüberschreitung ist ein artistisches Formexperiment. Zum anderen steht der Liechtensteiner für eine besonders markante Form adliger Selbstinszenierung, die ebenfalls als Transgression gefasst werden muss. Nicht nur schreibt die Manessische Liederhandschrift diesem (nebenbei: sehr mächtigen) Politiker 58 Minnelieder, in der Regel Frauenpreislieder, zu und tragen seine beiden erzählenden Ich-Texte die Titel Frauendienst und Frauenbuch. Auch eine seiner Residenzen hieß Frauenburg. Die Engführung von Welt und Imagination wird hier geradezu auf einen Namen gebracht.
Das Seminar wird sich dem nur am Rande widmen können. In seinem Zentrum stehen die Lieder und – dritte Überschreitung – wie Ulrich als einer der Protagonisten des sogenannten nachklassischen Sangs Profil gewinnt. Spoiler-Alarm: Nur zur Hälfte spöttisch hat man Ulrich einen Realisten des Minnesangs genannt. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte des Minnesangs. Nutzen Sie dazu eine der zahlreichen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Gert Hübner: Minnesang im 13. Jahrhundert (2008).
- Seminar – [GLS - Zhang] - Multimodalität
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar behandelt Multimodalität als Forschungsparadigma, das Kommunikation nicht auf verbalsprachliche Mittel beschränkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener semiotischer Ressourcen wie Sprache, Gestik, Mimik, Blick, Bild, Layout und Prosodie in den Blick nimmt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der systemisch-funktionalen Multimodalitätstheorie sowie Ansätzen der interaktionalen Linguistik werden die unterschiedlichen semiotischen Ressourcen und ihr Zusammenwirken vergleichend betrachtet. Darüber hinaus wird Multimodalität in digitalen und medialen Kontexten, etwa in sozialen Medien, Erklärvideos oder Werbung, sowie ihre Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht und die Sprachdidaktik thematisiert, wobei auch die Reichweite und methodischen Grenzen multimodaler Analysen kritisch diskutiert werden. Nach Abschluss des Seminars sollen die Studierenden zentrale Theorien und Modelle der Multimodalitätsforschung erläutern, multimodale Daten wie Video- und Bild-Text-Kombinationen systematisch beschreiben und transkribieren, geeignete Analysetools für multimodale Fragestellungen auswählen und anwenden sowie die Relevanz multimodaler Ansätze für die eigene Fachrichtung, etwa die Sprachlehr- und -lernforschung, reflektieren können.
- Vorlesung – [NDL – Koch, L.] - Narrative der Kultur
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde – Virtuell - Beschreibung
- Der Mensch als „homo narrans“ ist auf die Kulturtechnik des Erzählens angewiesen, um sich zur Wirklichkeit in ein Verhältnis zu setzen. Das Erzählen wird ihm dabei zu einem Medium, um sich aus dem Absolutismus der Wirklichkeit zu emanzipieren. Von dieser Grundüberlegung ausgehend, fragt die Vorlesung nach unterschiedlichen Narrationstypen und der Herstellung von sozialem Sinn in unterschiedlichen Narrativen. In einem methodenorientierten Teil wird es darum gehen, die Leistungsfähigkeit einer Narratologie der Kultur zu diskutieren. Daran anschließend rekonstruiert die Vorlesung materialorientiert zentrale Narrative der Kultur – allen voran das der Apokalypse, der Rettung, des Verfalls, des Fortschritts und der Feindschaft – und fragt nach den politischen Kontexten und Konsequenzen ihrer spektakulären (Re-)inszenierung in unterschiedlichen historischen Situationen und differierenden Medienkonstellationen.
- Seminar – [NDL – Koch, L.] - Lars von Trier und seine Filme
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag, jede gerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Lars von Trier zählt zu den international bekanntesten und umstrittensten Regisseuren des europäischen Gegenwartskinos. Seine Filme verbinden formale Experimente mit einer radikalen Auseinandersetzung mit Moral, Geschlecht, Körper, Religion und Gewalt. Das Seminar will in Form von close screenings die spezifische Ästhetik seiner Filme rekonstruieren und danach fragen, wie seine Filme diskursiv, aber eben auch über ihre filmische Form politisch werden. Dabei stehen Fragen nach Autorschaft und Provokation, Empathie und Manipulation sowie nach den Grenzen des Darstellbaren im Mittelpunkt.
Das Seminar hat zwei Zielsetzungen: Einerseits geht es darum, am Material zu erproben, was es heißt, Filme wissenschaftlich zu rezipieren, zu analysieren und zu debattieren. Andererseits soll sich über die Beschäftigung mit Lars von Triers Werk eine kleine Geschichte des europäischen Autorenkinos seit den 1980er Jahren entfalten, die von Dogme 95 bis zu digitalen und seriellen Erzählformen reicht.
Content Note: Der Filmemacher Lars von Trier steht für eine Ästhetik der Drastik. Zu seinen Stilmitteln gehören explizite Darstellungen von psychischer und physischer Gewalt und Nacktheit. Thematisch geht es ihm immer wieder um die filmische Erkundung individueller wie kollektiver Schmerzpunkte. Von Triers Filme wollen das Publikum herausfordern, operieren manchmal manipulativ und zielen auf eine intensive ästhetische Erfahrung ab.
- Seminar – [NDL – Koch, L.] - Forschungslaboratorium
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 10
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 7. Doppelstunde W48/1.25 In Präsenz - Beschreibung
- Examenskandidat:innen nach Einladung
Das Forschungskolloquium bietet Raum für gemeinsames Forschen. Hier können Abschlussarbeiten ebenso diskutiert werden wie theoretische Texte oder aktuelle Publikations- und Antragsvorhaben.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 2. Doppelstunde BSS/E41 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 5. Doppelstunde BSS/E41 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) III
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - ›Sprachspiele‹ und ›Automatensprache‹ (Sprachlernszenen) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Der Boom sprachgenerativer Künstlicher Intelligenz wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, was es eigentlich heißt, sprechen zu können. In der philosophischen Tradition gehört es zu den Wesensmerkmalen des Menschen, ein »sprachbegabtes Wesen« (ein »language animal«, wie Charles Taylor sagt) zu sein. Wird dieses ausgezeichnete Vermögen des Menschen heute zu Recht auch Maschinen zugesprochen? Oder überspielt die gängige Gleichsetzung der stochas¬tischen Verfahren von Large Language Models mit der leiblich und zwischenmenschlich verankerten Rede des Menschen einen nach wie vor bestehenden Wesens¬unter¬schied? Diesen und anderen Fragen in Bezug auf das Verhältnis von »Sprachspielen« (Ludwig Wittgenstein), mittels derer Menschen sprechen lernen, und der »Automatensprache« (Claudia Hamm), auf die Computer trainiert werden, wollen wir in Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Texten über das Erlernen einer Sprache nachgehen.
Das Seminar widmet sich dem Erlernen von Sprache mithin nicht aus der Perspektive der empirischen Sprach¬erwerbs¬forschung, sondern nimmt es in der ästhetisch vermittelten Form litera¬rischer Sprachlernszenen in den Blick. Diese Sprachlernszenen machen nicht nur vielfältigen philoso¬phischen, pädagogischen, politischen und ästhetischen Implika¬tionen des Sprechen-Lernens erfahrbar, sondern reflektieren auch, inwieweit der reale Sprach¬erwerb selbst ›szenischen‹ Charakter hat, insoweit das Erlernen einer Sprache ein nicht bloß kognitiver, sondern verkörperter und beziehungshafter Prozess ist.
Im Mittelpunkt des Seminars steht neben einigen theoretischen Texten, die uns das Rüstzeug für eine Verhältnisbestimmung von Menschen- und Maschinensprache liefern, eine eingehende Lektüre von Richard Powers’ Roman Galatea 2.2 (1995). Dieser Roman über einen Schriftsteller, der einem Computer das Lesen beibringt, erscheint rückblickend wie eine Antizipation der Entwicklungen der jüngeren KI-Forschung. Seine Reflexionen über den Stellenwert von Literatur im Zeitalter der technischen Modellierung des Sprachvermögens sind von ungeahnter Aktualität. - Literatur
-
- Akzente 70/71 (2023/24): Automatensprache. Hrsg. von Claudia Hamm.
- Powers, Richard: Galatea 2.2. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Frankfurt a.M.: Fischer 2000.
- Taylor, Charles: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Berlin: Suhrkamp 2017.
- Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. In: ders.: Werke Bd. 1. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1984, S. 225-580.
- Seminar – [NDL – Stricker] - ›Sprachspiele‹ und ›Automatensprache‹ (Sprachlernszenen) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 5. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Der Boom sprachgenerativer Künstlicher Intelligenz wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, was es eigentlich heißt, sprechen zu können. In der philosophischen Tradition gehört es zu den Wesensmerkmalen des Menschen, ein »sprachbegabtes Wesen« (ein »language animal«, wie Charles Taylor sagt) zu sein. Wird dieses ausgezeichnete Vermögen des Menschen heute zu Recht auch Maschinen zugesprochen? Oder überspielt die gängige Gleichsetzung der stochas¬tischen Verfahren von Large Language Models mit der leiblich und zwischenmenschlich verankerten Rede des Menschen einen nach wie vor bestehenden Wesens¬unter¬schied? Diesen und anderen Fragen in Bezug auf das Verhältnis von »Sprachspielen« (Ludwig Wittgenstein), mittels derer Menschen sprechen lernen, und der »Automatensprache« (Claudia Hamm), auf die Computer trainiert werden, wollen wir in Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Texten über das Erlernen einer Sprache nachgehen.
Das Seminar widmet sich dem Erlernen von Sprache mithin nicht aus der Perspektive der empirischen Sprach¬erwerbs¬forschung, sondern nimmt es in der ästhetisch vermittelten Form litera¬rischer Sprachlernszenen in den Blick. Diese Sprachlernszenen machen nicht nur vielfältigen philoso¬phischen, pädagogischen, politischen und ästhetischen Implika¬tionen des Sprechen-Lernens erfahrbar, sondern reflektieren auch, inwieweit der reale Sprach¬erwerb selbst ›szenischen‹ Charakter hat, insoweit das Erlernen einer Sprache ein nicht bloß kognitiver, sondern verkörperter und beziehungshafter Prozess ist.
Im Mittelpunkt des Seminars steht neben einigen theoretischen Texten, die uns das Rüstzeug für eine Verhältnisbestimmung von Menschen- und Maschinensprache liefern, eine eingehende Lektüre von Richard Powers’ Roman Galatea 2.2 (1995). Dieser Roman über einen Schriftsteller, der einem Computer das Lesen beibringt, erscheint rückblickend wie eine Antizipation der Entwicklungen der jüngeren KI-Forschung. Seine Reflexionen über den Stellenwert von Literatur im Zeitalter der technischen Modellierung des Sprachvermögens sind von ungeahnter Aktualität. - Literatur
-
- Akzente 70/71 (2023/24): Automatensprache. Hrsg. von Claudia Hamm.
- Powers, Richard: Galatea 2.2. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Frankfurt a.M.: Fischer 2000.
- Taylor, Charles: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Berlin: Suhrkamp 2017.
- Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. In: ders.: Werke Bd. 1. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1984, S. 225-580.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Literatur und Psychoanalyse (Freud-Lektüren) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch, jede gerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Psychoanalyse ist, so könnte man ironischerweise sagen, aus dem modernen Bewusstsein nicht wegzudenken, sei es auch, dass manche sie vielleicht gern daraus verdrängen würden. Nicht nur sind Begriffe wie das »Unbewusste«, die »Verdrängung«, der »Ödipuskomplex«, die »Urszene« oder der »Freud’sche Versprecher« längst fester Bestandteil des Alltagsvokabulars und prägen auf diese Weise unser heutiges Selbstverständnis. Psychoanalytische Konzepte und Verfahren gehören darüber hinaus zum etablierten Kanon literatur- und kultur¬wissen-schaft¬licher Methodenparadigmen.
In diesem Seminar wollen wir uns anhand einiger grundlegender Texte des Diskursbegründers Sigmund Freud (1856-1939) mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse vertraut machen. Dabei steht die Psychoanalyse nicht als therapeutische Behandlungsmethode, sondern als eine Kulturtheorie und Lektürepraxis im Fokus. Einerseits lässt sich beobachten, wie Freud selbst entscheidende Einsichten aus der Auseinandersetzung mit literarischen Texten gewinnt (bspw. Sophokles’ König Ödipus, Shakespeares Hamlet oder E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann), sodass man geradezu von einer Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur sprechen könnte. Umgekehrt werden wir gemeinsam untersuchen, inwieweit sich Erkenntnisse psycho¬analytischer Theorie¬bildung für die eigene hermeneutische Beschäftigung mit literarischen Texten fruchtbar machen lassen.
Zur Einführung: - Literatur
- Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren.« Schriften zur Kunst und Kultur. Hrsg. von Oliver Jahraus. Stuttgart: Reclam 2010.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Literatur und Psychoanalyse (Freud-Lektüren) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch, jede ungerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Psychoanalyse ist, so könnte man ironischerweise sagen, aus dem modernen Bewusstsein nicht wegzudenken, sei es auch, dass manche sie vielleicht gern daraus verdrängen würden. Nicht nur sind Begriffe wie das »Unbewusste«, die »Verdrängung«, der »Ödipuskomplex«, die »Urszene« oder der »Freud’sche Versprecher« längst fester Bestandteil des Alltagsvokabulars und prägen auf diese Weise unser heutiges Selbstverständnis. Psychoanalytische Konzepte und Verfahren gehören darüber hinaus zum etablierten Kanon literatur- und kultur¬wissen-schaft¬licher Methodenparadigmen.
In diesem Seminar wollen wir uns anhand einiger grundlegender Texte des Diskursbegründers Sigmund Freud (1856-1939) mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse vertraut machen. Dabei steht die Psychoanalyse nicht als therapeutische Behandlungsmethode, sondern als eine Kulturtheorie und Lektürepraxis im Fokus. Einerseits lässt sich beobachten, wie Freud selbst entscheidende Einsichten aus der Auseinandersetzung mit literarischen Texten gewinnt (bspw. Sophokles’ König Ödipus, Shakespeares Hamlet oder E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann), sodass man geradezu von einer Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur sprechen könnte. Umgekehrt werden wir gemeinsam untersuchen, inwieweit sich Erkenntnisse psycho¬analytischer Theorie¬bildung für die eigene hermeneutische Beschäftigung mit literarischen Texten fruchtbar machen lassen.
Zur Einführung: - Literatur
- Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren.« Schriften zur Kunst und Kultur. Hrsg. von Oliver Jahraus. Stuttgart: Reclam 2010.
- Vorlesung – [ÄDL - Sablotny] - Die Macht des Hagiographischen – Transformationen legendarischen Erzählens in Mittelalter und Früher Neuzeit
- Lehrperson
-
- ÄDL NN
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 60
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 3. Doppelstunde W48, ABS, BSS In Präsenz - Beschreibung
- Die Legende ist eine Leitgattung religiöser Kommunikation und von Beginn an mit der Geschichte des Christentums eng verbunden. Sie erzählt vom heiligmäßigen Leben oder vom Märtyrertod eines in der Regel historisch verbürgten Menschen, von seinen Tugenden, Taten und Wundern – kurzum: immer wieder davon, wie sich das Heilige in der Welt manifestiert und dies den Glauben in Gott stärkt. Weil die Legende den religiösen Wandel im Großen (wie bei der Reformation) und im Kleineren (wie bei Ordensgründungen) stets begleitet und mitgestaltet, ist sie besonders transformationsaffin.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen und Funktionen legendarischen Erzählens – angefangen bei den frühchristlichen Märtyrerakten über umfangreiche im Jahreskreis angeordnete Legenden- und Mirakelsammlungen bis hin zu Luthers „Lügend“ (einer fundamentalen Kritik an der Legende) und deren Folgen für das hagiographische Erzählen im reformatorischen 16. Jahrhundert. Dabei werden zentrale narrative Muster ebenso in den Blick genommen wie die Bedeutung der Legende für die religiöse Praxis und Ausbildung konfessioneller Identitäten. - Literatur
- Zur Einführung: Kunze, Konrad: Art. ‚Legende‘, in: S. 389–393; Ehrismann, Otfrid: Fabeln, Mären, Schwänke und Legenden im Mittelalter, Darmstadt 2011, insb. S. 98–128; Weitbrecht, Julia et al.: Legendarisches Erzählen. Optionen und Modelle in Spätantike und Mittelalter, Berlin 2019.
SLK-MAWP-DEU-KLIT
(Komplementärmodul: Literatur und Kultur)
- Vorlesung – [ÄDL - Malcher] - Er, Dietrich (und Hauptschlüssel aller Heldentaten)
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 35
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- In Heldendichtungen fließt viel Blut, das ist zumindest für vormodernes Erzählen selbstverständlich. Auch wenn das Superheldenkino darauf bisweilen verzichten kann, weil die medialen und waffengeschichtlichen Möglichkeiten für die Inszenierung eines vulnerablen Leibs andere sind (oder es den Topos ironisch bricht wie in The Boys), stehen auch dort Fragen nach Sinn und Unsinn von Gewalthandeln im Zentrum. Vielleicht ist das die einzige historische Kontinuität des Heldenhaften: Die Körperoberflächen werden als Projektionsflächen von Identität fokussiert und im Kampf um ihre Integrität werden dann Normen verhandelbar. Dabei kann es um Fragen legitimen Gewalthandelns geben, aber auch um soziale Verbindlichkeiten, die sich davon emanzipiert haben.
Dietrich von Bern ist der wichtigste Held der deutschsprachigen Heldendichtung im Mittelalter. Sein Auftritt im zweiten Teil des Nibelungenlieds zeigt das bereits deutlich. Daneben und danach hat sich an dieser Figur eine ganze Erzählwelt angelagert, die weniger im Fokus moderner Rezeption steht. Von den entsprechenden Texten werden wir mit Laurin, Eckenlied und Sigenot jene ins Zentrum des Seminars stellen, die am deutlichsten Bezüge auf Leib und Körper verhandeln. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte der Heldenepik. Nutzen Sie dazu eine der einschlägigen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Joachim Heinzle: Einführung in die Dietrichepik (1999) oder Victor Millet: Germanische Heldendichtung im Mittelalter (2008).
- Seminar – [ÄDL - Sablotny] - Wolframs von Eschenbach „Parzival“ – schwieriger Held und wildes Erzählen
- Lehrperson
-
- Dr. Antje Sablotny
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde ABS/1-01 In Präsenz - Beschreibung
- „vindaere wilder maere, / der maere wildenaere“ – mit diesen wenig schmeichelhaften Worten charakterisiert Gottfried von Straßburg seinen Dichterkollegen Wolfram von Eschenbach. Tatsächlich verlangt Wolframs um 1200/10 entstandener „Parzival“ eine aufmerksame und mitunter geduldige Leserschaft: Der komplexe Aufbau des Romans und ein Erzähler, der seine Rezipient:innen durch virtuosen Umgang mit Sprache immer wieder herausfordert, machen den „Parzival“ zu einem faszinierenden Beispiel mittelalterlichen Erzählens.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die gemeinsame Erarbeitung und Interpretation ausgewählter Textpassagen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Poetik des Romans und den Strategien seines Erzählens: Wie lenkt und irritiert der Erzähler seine Rezipient:innen? Wie werden Wissen, Nichtwissen und Erkenntnis inszeniert? Und wie wird der gleichnamige Held des Romans durch diese Erzählweise überhaupt erst als Figur konstituiert? Dabei werden zentrale Themen und Problemfelder behandelt, darunter Gewalt, Sünde und Buße, Verwandtschaft und Genealogie, Minne sowie Selbstreflexion und Ichkonstitution des Helden. - Literatur
-
- - Textgrundlage: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns revidiert und kommentiert von Eberhard Nellmann. Übertragen von Dieter Kühn. 2 Bde., Frankfurt am Main 1994ff. (Deutscher Klassiker Verlag, Taschenbuch, neu 35€, 11 ausleihbare Exemplare in der SLUB)
- - zur Einführung: Bumke, Joachim: Wolfram von Eschenbach. Stuttgart, Weimar ⁸2004 (Sammlung Metzler, 36). Dallapiazza, Michael: Wolfram von Eschenbach: Parzival, Berlin 2009 (Klassiker-Lektüren, 12; zweite, neu bearbeitete Auflage 2025); Hartmann, Heiko: Einführung in das Werk Wolframs von Eschenbach, Stuttgart 2025.
- Seminar – [ÄDL - Malcher] - Überschreitungen: Ulrich von Liechtenstein als Lyriker
- Lehrperson
-
- Dr. Kay Malcher
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 4. Doppelstunde W48/0103 In Präsenz - Beschreibung
- Berühmt ist der steirische Ministeriale Ulrich von Liechtenstein (1200–1275) heute aus zwei Gründen. Zum einen verfasste er die erste deutschsprachige Autobiographie (womit ein modern im Begriff ‚Autofiktion‘ gefasstes Faszinationsfeld die literarhistorische Bühne betritt). Die Ursprünge einer solchen Innovation sind freilich nicht so sehr vom ritterlichen Ego her zu denken, als von der im Minnesang dominanten Ich-Rolle: Ulrichs erzählerische Grenzüberschreitung ist ein artistisches Formexperiment. Zum anderen steht der Liechtensteiner für eine besonders markante Form adliger Selbstinszenierung, die ebenfalls als Transgression gefasst werden muss. Nicht nur schreibt die Manessische Liederhandschrift diesem (nebenbei: sehr mächtigen) Politiker 58 Minnelieder, in der Regel Frauenpreislieder, zu und tragen seine beiden erzählenden Ich-Texte die Titel Frauendienst und Frauenbuch. Auch eine seiner Residenzen hieß Frauenburg. Die Engführung von Welt und Imagination wird hier geradezu auf einen Namen gebracht.
Das Seminar wird sich dem nur am Rande widmen können. In seinem Zentrum stehen die Lieder und – dritte Überschreitung – wie Ulrich als einer der Protagonisten des sogenannten nachklassischen Sangs Profil gewinnt. Spoiler-Alarm: Nur zur Hälfte spöttisch hat man Ulrich einen Realisten des Minnesangs genannt. – Die Texte werden rechtzeitig auf OPAL zur Verfügung gestellt. Bitte informieren Sie sich vor Beginn der ersten Veranstaltung überblickshaft zur Geschichte des Minnesangs. Nutzen Sie dazu eine der zahlreichen durch die SLUB vorgehaltenen Einführungen, bspw. Gert Hübner: Minnesang im 13. Jahrhundert (2008).
- Seminar – [NDL – Koch, L.] - Lars von Trier und seine Filme
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Lars Koch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag, jede gerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Lars von Trier zählt zu den international bekanntesten und umstrittensten Regisseuren des europäischen Gegenwartskinos. Seine Filme verbinden formale Experimente mit einer radikalen Auseinandersetzung mit Moral, Geschlecht, Körper, Religion und Gewalt. Das Seminar will in Form von close screenings die spezifische Ästhetik seiner Filme rekonstruieren und danach fragen, wie seine Filme diskursiv, aber eben auch über ihre filmische Form politisch werden. Dabei stehen Fragen nach Autorschaft und Provokation, Empathie und Manipulation sowie nach den Grenzen des Darstellbaren im Mittelpunkt.
Das Seminar hat zwei Zielsetzungen: Einerseits geht es darum, am Material zu erproben, was es heißt, Filme wissenschaftlich zu rezipieren, zu analysieren und zu debattieren. Andererseits soll sich über die Beschäftigung mit Lars von Triers Werk eine kleine Geschichte des europäischen Autorenkinos seit den 1980er Jahren entfalten, die von Dogme 95 bis zu digitalen und seriellen Erzählformen reicht.
Content Note: Der Filmemacher Lars von Trier steht für eine Ästhetik der Drastik. Zu seinen Stilmitteln gehören explizite Darstellungen von psychischer und physischer Gewalt und Nacktheit. Thematisch geht es ihm immer wieder um die filmische Erkundung individueller wie kollektiver Schmerzpunkte. Von Triers Filme wollen das Publikum herausfordern, operieren manchmal manipulativ und zielen auf eine intensive ästhetische Erfahrung ab.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 2. Doppelstunde BSS/E41 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 5. Doppelstunde BSS/E41 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung (Lektüreseminar) III
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde W48/1.01 In Präsenz - Beschreibung
- Mit "Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung", das im September 2026 druckfrisch in deutscher Übersetzung erscheint, legt Charles Taylor, einer der heraus-ragendsten Philosophen der Gegenwart, ein umfangreiches Buch über die deutsche Romantik und ihre Auswirkungen auf die internationale, nachromantische Dichtung vor. Den Kern der bis heute andauernden Wirkmacht der Romantik erkennt er in dem Projekt, Entfrem-dungserfahrungen und dem Verlust metaphysischer Ordnungen mit der dichterischen Herstellung einer neuartigen Beziehung zur Welt zu begegnen – einer Beziehung, in der, sei es auch nur flüchtig, eine innige Verbindung von Mensch und Natur spürbar wird. Die Transfor¬mationen der Idee einer solchen Verbindung zeigt Taylor in einem Parcours durch die inter¬nationale Lyrik der letzten zwei Jahrhunderte, von Goethe, Hölderlin und Novalis über Baudelaire und Rilke bis hin zu T.S. Eliot und Czeslaw Miłosz auf. Diesem Parcours wollen wir im Seminar folgen und dabei nicht nur die poetologischen Entwicklungen der Lyrik von der Romantik bis zur Moderne kennenlernen, sondern auch verstehen, was die Romantik mit unserer Gegenwart verbindet. Zu diesem Zweck werden wir einerseits Taylors allgemeine Über¬legungen zu den sprachphilosophischen und erkenntnis¬theoretischen Implikationen der Romantik nachvoll¬ziehen und andererseits seine exemplarischen Gedichtlektüren daraufhin befragen, inwieweit sie unseren hermeneutischen Horizont erweitern und uns kanonische Texte der (nach-)romantischen Tradition neu erschließen.
Referenztext: - Literatur
-
- Charles Taylor: Kosmische Verbindungen. Poesie im Zeitalter der Entzauberung. Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Berlin: Suhrkamp (erscheint 30.09.2026).
- [Englischsprachige Originalausgabe: Charles Taylor: Cosmic Connections. Poetry in the Age of Disenchantment. Cambridge, Mass.: Belknap Press 2024.]
- Seminar – [NDL – Stricker] - ›Sprachspiele‹ und ›Automatensprache‹ (Sprachlernszenen) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Der Boom sprachgenerativer Künstlicher Intelligenz wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, was es eigentlich heißt, sprechen zu können. In der philosophischen Tradition gehört es zu den Wesensmerkmalen des Menschen, ein »sprachbegabtes Wesen« (ein »language animal«, wie Charles Taylor sagt) zu sein. Wird dieses ausgezeichnete Vermögen des Menschen heute zu Recht auch Maschinen zugesprochen? Oder überspielt die gängige Gleichsetzung der stochas¬tischen Verfahren von Large Language Models mit der leiblich und zwischenmenschlich verankerten Rede des Menschen einen nach wie vor bestehenden Wesens¬unter¬schied? Diesen und anderen Fragen in Bezug auf das Verhältnis von »Sprachspielen« (Ludwig Wittgenstein), mittels derer Menschen sprechen lernen, und der »Automatensprache« (Claudia Hamm), auf die Computer trainiert werden, wollen wir in Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Texten über das Erlernen einer Sprache nachgehen.
Das Seminar widmet sich dem Erlernen von Sprache mithin nicht aus der Perspektive der empirischen Sprach¬erwerbs¬forschung, sondern nimmt es in der ästhetisch vermittelten Form litera¬rischer Sprachlernszenen in den Blick. Diese Sprachlernszenen machen nicht nur vielfältigen philoso¬phischen, pädagogischen, politischen und ästhetischen Implika¬tionen des Sprechen-Lernens erfahrbar, sondern reflektieren auch, inwieweit der reale Sprach¬erwerb selbst ›szenischen‹ Charakter hat, insoweit das Erlernen einer Sprache ein nicht bloß kognitiver, sondern verkörperter und beziehungshafter Prozess ist.
Im Mittelpunkt des Seminars steht neben einigen theoretischen Texten, die uns das Rüstzeug für eine Verhältnisbestimmung von Menschen- und Maschinensprache liefern, eine eingehende Lektüre von Richard Powers’ Roman Galatea 2.2 (1995). Dieser Roman über einen Schriftsteller, der einem Computer das Lesen beibringt, erscheint rückblickend wie eine Antizipation der Entwicklungen der jüngeren KI-Forschung. Seine Reflexionen über den Stellenwert von Literatur im Zeitalter der technischen Modellierung des Sprachvermögens sind von ungeahnter Aktualität. - Literatur
-
- Akzente 70/71 (2023/24): Automatensprache. Hrsg. von Claudia Hamm.
- Powers, Richard: Galatea 2.2. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Frankfurt a.M.: Fischer 2000.
- Taylor, Charles: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Berlin: Suhrkamp 2017.
- Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. In: ders.: Werke Bd. 1. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1984, S. 225-580.
- Seminar – [NDL – Stricker] - ›Sprachspiele‹ und ›Automatensprache‹ (Sprachlernszenen) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 5. Doppelstunde BSS/117 In Präsenz - Beschreibung
- Der Boom sprachgenerativer Künstlicher Intelligenz wirft mit neuer Dringlichkeit die Frage auf, was es eigentlich heißt, sprechen zu können. In der philosophischen Tradition gehört es zu den Wesensmerkmalen des Menschen, ein »sprachbegabtes Wesen« (ein »language animal«, wie Charles Taylor sagt) zu sein. Wird dieses ausgezeichnete Vermögen des Menschen heute zu Recht auch Maschinen zugesprochen? Oder überspielt die gängige Gleichsetzung der stochas¬tischen Verfahren von Large Language Models mit der leiblich und zwischenmenschlich verankerten Rede des Menschen einen nach wie vor bestehenden Wesens¬unter¬schied? Diesen und anderen Fragen in Bezug auf das Verhältnis von »Sprachspielen« (Ludwig Wittgenstein), mittels derer Menschen sprechen lernen, und der »Automatensprache« (Claudia Hamm), auf die Computer trainiert werden, wollen wir in Form einer Auseinandersetzung mit literarischen Texten über das Erlernen einer Sprache nachgehen.
Das Seminar widmet sich dem Erlernen von Sprache mithin nicht aus der Perspektive der empirischen Sprach¬erwerbs¬forschung, sondern nimmt es in der ästhetisch vermittelten Form litera¬rischer Sprachlernszenen in den Blick. Diese Sprachlernszenen machen nicht nur vielfältigen philoso¬phischen, pädagogischen, politischen und ästhetischen Implika¬tionen des Sprechen-Lernens erfahrbar, sondern reflektieren auch, inwieweit der reale Sprach¬erwerb selbst ›szenischen‹ Charakter hat, insoweit das Erlernen einer Sprache ein nicht bloß kognitiver, sondern verkörperter und beziehungshafter Prozess ist.
Im Mittelpunkt des Seminars steht neben einigen theoretischen Texten, die uns das Rüstzeug für eine Verhältnisbestimmung von Menschen- und Maschinensprache liefern, eine eingehende Lektüre von Richard Powers’ Roman Galatea 2.2 (1995). Dieser Roman über einen Schriftsteller, der einem Computer das Lesen beibringt, erscheint rückblickend wie eine Antizipation der Entwicklungen der jüngeren KI-Forschung. Seine Reflexionen über den Stellenwert von Literatur im Zeitalter der technischen Modellierung des Sprachvermögens sind von ungeahnter Aktualität. - Literatur
-
- Akzente 70/71 (2023/24): Automatensprache. Hrsg. von Claudia Hamm.
- Powers, Richard: Galatea 2.2. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Frankfurt a.M.: Fischer 2000.
- Taylor, Charles: Das sprachbegabte Tier. Grundzüge des menschlichen Sprachvermögens. Berlin: Suhrkamp 2017.
- Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. In: ders.: Werke Bd. 1. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1984, S. 225-580.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Literatur und Psychoanalyse (Freud-Lektüren) I
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch, jede gerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Psychoanalyse ist, so könnte man ironischerweise sagen, aus dem modernen Bewusstsein nicht wegzudenken, sei es auch, dass manche sie vielleicht gern daraus verdrängen würden. Nicht nur sind Begriffe wie das »Unbewusste«, die »Verdrängung«, der »Ödipuskomplex«, die »Urszene« oder der »Freud’sche Versprecher« längst fester Bestandteil des Alltagsvokabulars und prägen auf diese Weise unser heutiges Selbstverständnis. Psychoanalytische Konzepte und Verfahren gehören darüber hinaus zum etablierten Kanon literatur- und kultur¬wissen-schaft¬licher Methodenparadigmen.
In diesem Seminar wollen wir uns anhand einiger grundlegender Texte des Diskursbegründers Sigmund Freud (1856-1939) mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse vertraut machen. Dabei steht die Psychoanalyse nicht als therapeutische Behandlungsmethode, sondern als eine Kulturtheorie und Lektürepraxis im Fokus. Einerseits lässt sich beobachten, wie Freud selbst entscheidende Einsichten aus der Auseinandersetzung mit literarischen Texten gewinnt (bspw. Sophokles’ König Ödipus, Shakespeares Hamlet oder E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann), sodass man geradezu von einer Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur sprechen könnte. Umgekehrt werden wir gemeinsam untersuchen, inwieweit sich Erkenntnisse psycho¬analytischer Theorie¬bildung für die eigene hermeneutische Beschäftigung mit literarischen Texten fruchtbar machen lassen.
Zur Einführung: - Literatur
- Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren.« Schriften zur Kunst und Kultur. Hrsg. von Oliver Jahraus. Stuttgart: Reclam 2010.
- Seminar – [NDL – Stricker] - Literatur und Psychoanalyse (Freud-Lektüren) II
- Lehrperson
-
- Dr. Bernhard Stricker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch, jede ungerade Woche 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde BSS/133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Psychoanalyse ist, so könnte man ironischerweise sagen, aus dem modernen Bewusstsein nicht wegzudenken, sei es auch, dass manche sie vielleicht gern daraus verdrängen würden. Nicht nur sind Begriffe wie das »Unbewusste«, die »Verdrängung«, der »Ödipuskomplex«, die »Urszene« oder der »Freud’sche Versprecher« längst fester Bestandteil des Alltagsvokabulars und prägen auf diese Weise unser heutiges Selbstverständnis. Psychoanalytische Konzepte und Verfahren gehören darüber hinaus zum etablierten Kanon literatur- und kultur¬wissen-schaft¬licher Methodenparadigmen.
In diesem Seminar wollen wir uns anhand einiger grundlegender Texte des Diskursbegründers Sigmund Freud (1856-1939) mit zentralen Konzepten der Psychoanalyse vertraut machen. Dabei steht die Psychoanalyse nicht als therapeutische Behandlungsmethode, sondern als eine Kulturtheorie und Lektürepraxis im Fokus. Einerseits lässt sich beobachten, wie Freud selbst entscheidende Einsichten aus der Auseinandersetzung mit literarischen Texten gewinnt (bspw. Sophokles’ König Ödipus, Shakespeares Hamlet oder E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann), sodass man geradezu von einer Geburt der Psychoanalyse aus dem Geiste der Literatur sprechen könnte. Umgekehrt werden wir gemeinsam untersuchen, inwieweit sich Erkenntnisse psycho¬analytischer Theorie¬bildung für die eigene hermeneutische Beschäftigung mit literarischen Texten fruchtbar machen lassen.
Zur Einführung: - Literatur
- Freud, Sigmund: »Der Dichter und das Phantasieren.« Schriften zur Kunst und Kultur. Hrsg. von Oliver Jahraus. Stuttgart: Reclam 2010.
SLK-MAWP-DEU-EFD
(Einführung Fachdidaktik)
- Seminar – [DDid - Pollack] - Einführung in die Literaturdidaktik
- Lehrperson
-
- Anett Pollack
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Die Einführung in die Literaturdidaktik soll zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen, die sich mit Blick auf die Lehr- und Lernprozesse im Literaturunterricht stellen, anregen: Warum lesen wir? Wie wird man zu einem Lesenden? Welche kognitiven Prozesse sind mit dem Lesen verbunden? etc.
Zum anderen sollen darauf aufbauend zentrale literaturdidaktische Grundlagen, wie z. B. die didaktische Analyse von literarischen Texten, die Phasierung des Literaturunterrichts, Aufgaben und Methoden zur Anregung und Unterstützung literarischer Verstehensprozesse, aber auch Möglichkeiten der Differenzierung, erarbeitet werden.
Das Seminar verfolgt somit das Ziel, eine Basis für die fundierte Auseinandersetzung mit den für die Unterrichtsplanung, -durchführung und -reflexion relevanten Aspekten zu schaffen.
Diese Lehrveranstaltung ist neben dem Seminar zur Einführung in die Sprachdidaktik für alle Lehramtsstudierenden im Fach Deutsch die Voraussetzung für die Schulpraktischen Übungen.
- Einführungskurs – [DDid - Pollack] - Einführung in die Sprachdidaktik
- Lehrperson
-
- Anett Pollack
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 5. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- In der Lehrveranstaltung werden grundsätzliche Ziele, Stoffe und Strukturen der sprachdidaktischen Lernbereiche „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“ und „Sprache thematisieren“ behandelt. Im Spannungsfeld von Bildung und Standard erörtern wir exemplarisch die fachdidaktisch begründete Auswahl sprachlicher Phänomene für den Unterricht, die Möglichkeiten ihrer Vermittlung und Aneignung sowie deren Evaluation.
Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer:innen über einen reflektierten und anwendungsbereiten Überblick über grundsätzliche sprachdidaktische Konzeptionen des Deutschunterrichts verfügen.
Diese Lehrveranstaltung ist neben der 'Einführung in die Literaturdidaktik' für alle Lehramtsanwärter:innen Voraussetzung für die schulpraktischen Übungen.
- Einführungskurs – [DDid - Hoffmann] - Einführung in die Sprachdidaktik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde W48/0101/U In Präsenz - Beschreibung
- In der Lehrveranstaltung werden grundsätzliche Ziele, Gegenstände und Strukturen der sprachdidaktischen Lernbereiche „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“ und „Sprache thematisieren“ behandelt. Im Spannungsfeld von Bildung und Standard erörtern wir exemplarisch die fach-didaktisch begründete Auswahl sprachlicher Phänomene für den Unterricht, die Möglichkeiten ihrer Aneignung und Vermittlung und deren Evaluation. Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer:innen über einen reflektierten und anwendungsbereiten Überblick über grundsätzliche sprachdidaktische Konzeptualisierungen des Deutschunterrichts verfügen können.
- Einführungskurs – [DDid - Hoffmann] - Einführung in die Literaturdidkatik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde W48/0101/U In Präsenz - Beschreibung
- In dem Seminar erarbeiten wir uns die zentralen Grundlagen innerhalb der Literaturdidaktik, welche uns eine reflektierte Planung, Gestaltung und Evaluierung von Literaturunterricht ermöglichen. Dazu wenden wir uns nicht nur der Geschichte des Literaturunterrichts sowie Begriffen, Methoden und Modellen, u.a. zur literarischen Sozialisation und literarästhetischen Rezeption, zu, sondern befassen uns auch mit konkreten Fragen der Konzeption von Literaturunterricht in Form der Gegenstandswahl, der Aufgabenkonstruktion, der Wahl von Vermittlungsmethoden und -medien, der Differenzierung wie auch der Phasierung von Literaturunterricht.
Diese Lehrveranstaltung ist neben dem Seminar zur Einführung in die Sprachdidaktik für alle Lehramtsstudierenden im Fach Deutsch die Voraussetzung für die Schulpraktischen Übungen.
Die Bereitschaft zur Lektüre von Ganzschriften und fachdidaktischen Texten sowie zur aktiven Mitarbeit im Seminar wird vorausgesetzt.
- Einführungskurs – [DDid - Günther] - Einführung in die Sprachdidaktik
- Lehrperson
-
- Dr. Ulrike Günther
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 3. Doppelstunde BSS 149 In Präsenz - Beschreibung
- In der Lehrveranstaltung werden grundsätzliche Ziele, Gegenstände und Strukturen der sprachdidaktischen Lernbereiche „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“ und „Sprache thematisieren“ behandelt. Im Spannungsfeld von Bildung und Standard erörtern wir exemplarisch die fach-didaktisch begründete Auswahl sprachlicher Phänomene für den Unterricht, die Möglichkeiten ihrer Aneignung und Vermittlung und deren Evaluation. Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer:innen über einen reflektierten und anwendungsbereiten Überblick über grundsätzliche sprachdidaktische Konzeptualisierungen des Deutschunterrichts verfügen können.
Diese Lehrveranstaltung ist neben der 'Einführung in die Literaturdidaktik'Voraussetzung für die schulpraktischen Übungen im Fach DEUTSCH. - Literatur
-
- Goer, Charis/Köller, Katharina (2023): Fachdidaktik Deutsch. Grundzüge der Sprach- und Literaturdidaktik. 4. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink (UTB 4171 Literaturwissenschaft elementar).
- Hochstadt, Christiane/Krafft, Andreas/Olsen, Ralph (2022): Deutschdidaktik. Konzeptionen für die Praxis. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen: A. Francke Verlag (UTB 4023 Deutschdidaktik).
- Einführungskurs – [DDid - Günther] - Einführung in die Sprachdidaktik
- Lehrperson
-
- Dr. Ulrike Günther
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 4. Doppelstunde BSS 149 In Präsenz - Beschreibung
- In der Lehrveranstaltung werden grundsätzliche Ziele, Gegenstände und Strukturen der sprachdidaktischen Lernbereiche „Sprechen und Zuhören“, „Schreiben“ und „Sprache thematisieren“ behandelt. Im Spannungsfeld von Bildung und Standard erörtern wir exemplarisch die fach-didaktisch begründete Auswahl sprachlicher Phänomene für den Unterricht, die Möglichkeiten ihrer Aneignung und Vermittlung und deren Evaluation. Ziel des Seminars ist es, dass die Teilnehmer:innen über einen reflektierten und anwendungsbereiten Überblick über grundsätzliche sprachdidaktische Konzeptualisierungen des Deutschunterrichts verfügen können.
Diese Lehrveranstaltung ist neben der 'Einführung in die Literaturdidaktik'Voraussetzung für die schulpraktischen Übungen im Fach DEUTSCH. - Literatur
-
- Goer, Charis/Köller, Katharina (2023): Fachdidaktik Deutsch. Grundzüge der Sprach- und Literaturdidaktik. 4. überarbeitete und aktualisierte Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink (UTB 4171 Literaturwissenschaft elementar).
- Hochstadt, Christiane/Krafft, Andreas/Olsen, Ralph (2022): Deutschdidaktik. Konzeptionen für die Praxis. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Tübingen: A. Francke Verlag (UTB 4023 Deutschdidaktik).
- Einführungskurs – [DDid - Blei-Hoch] - Einführung in die Literaturdidaktik
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 2. Doppelstunde ABS/2-06/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar erarbeitet aus der Verbindung von literaturwissenschaftlichen und literatur- sowie allgemeindidaktischen Kenntnissen und Verfahren heraus grundlegende Voraussetzungen für die Planung und Durchführung des Literaturunterrichts in der Sekundarstufe I und II. Es befasst sich mit den Zielen, Prinzipien, methodischen Konzepten und Aufgaben von Literaturunterricht, mit wichtigen theoretischen Fragestellungen und unterrichtspraktischen Folgerungen und schafft damit die Grundlage für die Schulpraktika im Fachunterricht Deutsch. Diese Lehrveranstaltung ist neben dem Seminar zur Einführung in die Muttersprachdidaktik für alle Lehramtsstudierenden Deutsch als Voraussetzung für die SPÜ obligatorisch.
- Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
SLK-MAWP-DEU-VFD1LIT
(Vertiefung Fachdidaktik 1: Literaturdidaktik)
- Seminar – [DDid - Hoffmann] - Populäre Gegenstände für den Unterricht
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 5. Doppelstunde bis 6. Doppelstunde – Virtuell - Beschreibung
- Die Popularisierung von Gegenständen führen zu Transformationsprozessen, die auch in der Schule nachzuvollziehen sind. Zwar erweist sich die Schule in vielerlei Hinsicht als resiliente oder gar resistente Institutionen von Innovationen und Wandel anbelangen, doch gerät auch sie zunehmend unter Druck, populäre Gegenstände zu integrieren.
Im Rahmen der Ringveranstaltung, die transdisziplinär ausgerichtet ist, werden populäre Gegenstände als schulisch relevante bzw. durch ihre Popularisierung relevant gewordene exemplarisch und im Kontext verschiedener Fächer untersucht. Mit der transdisziplinären Ausrichtung der Ringveranstaltung sollen Anregungen für fächerübergreifende Perspektiven auf potentielle Unterrichtsgegenstände angeregt und verfolgt werden.
- Seminar – [DDid - Hoffmann] - Das Deutschbuch als Lernmedium (mehrtätige Exkursion)
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung – – In Präsenz - Beschreibung
- Das Exkursionsseminar (13.01.-15.01.26) ist als Forschungsseminar angelegt: In den vorbereitenden Sitzungen erarbeiten wir uns einen theoretischen Zugang zu Schulbüchern, der bereits von Studien zu Schulbüchern flankiert wird. Zudem erschließen wir uns Forschungsmethoden, die eine Untersuchung des Schulbuches erlauben (z.B. Qualitative Inhaltsanalyse, Digitale Auswertungsmethoden etc.). Ziel der Exkursion ist das Georg-Eckert-Institut in Braunschweig, das in Europa die größte Schulbuchsammlung beherbergt und sowohl aktuelle Schulbücher als auch solche aus dem 19. Jahrhundert umfasst. Die Studierenden stellen sich dort ein für ihre selbst entwickelte Forschungsfrage entsprechendes Korpus an Schulbüchern zusammen und untersuchen diese entweder literatur- oder sprachdidaktisch (je nach dem, in welchem Bereich die Vertiefung angestrebt wird). In den Blick können damit bspw. ebenso historische Veränderungen von oder Unterschiede zwischen Schulbüchern kommen als auch spezifische Aspekte wie Aufgabenstellungen, Textauswahl, Einbezug anderer Medien, Aufbau der Lerneinheiten etc.
Die Teilnahme an der Exkursion ist Pflicht. Wir übernachten in einer Jugendherberge in Mehrbettzimmern. Ein Teil der Kosten kann voraussichtlich von der Professur für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur übernommen werden.
Zu folgenden Zeiten finden die vor- und nachbereitenden (digital) Termine statt. Die Anwesenheit ist verpflichtend.
26.10.26: 8.30-10.00 Uhr
21.12.26: 8.30-10.00 Uhr
01.02.26: 8.30-12.00 Uhr
- Seminar – [DDid - Blei-Hoch] - Erzählen im Deutschunterricht
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 4. Doppelstunde W48/0102/U In Präsenz - Beschreibung
- "Ich glaube einfach, dass wir immer erzählen, dass wir gar nicht richtig leben, wenn wir’s nicht tun." (Sten Nadolny)
Diesem Ansatz Folge leistend fragt das Seminar nach Potentialen narrativer Verfahren im Deutschunterricht. Neben einer begrifflichen Klärung wird es im Seminar vor allem um das Erproben und Reflektieren narrativer Verfahren für den schulischen Kontext gehen. Kreative und produktionsorientierte Verfahren werden ebenso eine Rolle spielen, wie das Erkunden biographischen Erzählens oder das Aufsuchen bestimmter "Erzählorte" als Ausgangspunkte für weiterführende didaktische Überlegungen. - Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
- Seminar – [DDid - Blei-Hoch] - Das Fach Deutsch an außerschulischen Lernorten
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 20
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde ABS/2-10/U In Präsenz - Beschreibung
- Schüler, die heute unsere Schulen besuchen, benötigen nicht allein fachspezifisches Wissen, sondern sollten in der Lage sein, fachspezifisch entwickelte Fähigkeiten und Fertigkeiten vernetzt und integrativ einzusetzen. Dieser Forderung trägt ein integrativer Deutschunterricht Rechnung. Doch welche didaktischen und methodischen Überlegungen gehen mit der Planung, Durchführung und Reflexion eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten einher ?
Das geplante Seminar verfolgt zwei Schwerpunkte: Zum einen gilt es zu eruieren, welche praktischen Voraussetzungen für die Planung und Durchführung eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten erforderlich sind. Als außerschulische Lernorte sind sowohl Museen (z.B. Gemäldegalerie Alte Meister) als auch Naturräume (z.B. Großer Garten) angedacht.
Zum anderen sollen die, für den Deutschunterricht relevanten Kompetenzfelder Sprechen - Zuhören- Schreiben - Lesen und Verstehen an konkreten Lernorten erprobt und reflektiert werden, so dass selbst erarbeitete Materialien für verschiedene Handlungsfelder entstehen werden.
Aufgrund des hohen Zeitaufwandes, den das Seminar erfordert, können für dieses Seminar Prüfungsleistungen für ein fachdidaktisches Seminar (Sprach-, Literaturdidaktik) sowie für den Ergänzungsbereich 3 erbracht werden.
Eine regelmäßige Teilnahme am Seminar, Interesse an der praktischen Arbeit an den Lernorten sowie Bereitschaft zur Teamarbeit mit Kommilitonen sowie Zuverlässigkeit im Hinblick auf getroffene Absprachen werden vorausgesetzt. - Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
- Seminar – [DDid - Pollack] - Schreibprozesse im Deutschunterricht
- Lehrperson
-
- Anett Pollack
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 22
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Von bis
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 5. Doppelstunde W48/0102/U In Präsenz - Beschreibung
- Im Seminar setzen Sie sich mit einschlägigen didaktischen Textsorten des Deutschunterrichts (z. B. Beschreibung, Erörterung, Inhaltsangabe etc.) auseinander und werden deren Merkmale und jeweilige Anforderungen erfahrungs- und theoriebasiert reflektieren. Ziel ist, dass Sie die jeweils textsortenspezifischen Aneignungs- und Schreibprozesse auf Basis fachdidaktischer Erkenntnisse und Konzepte entwicklungsorientiert sowie methodisch abwechslungsreich gestalten, begleiten und bewerten können.
Hinweis: Das Seminarkonzept sieht einen höheren Anteil eigener Schreiberfahrungen und deren Reflexion vor, sodass Sie willens sein müssen, sich die fachdidaktischen Perspektiven vorwiegend selbstständig durch die vor- und nachbereitende Lektüre theoretischer Texte zu erarbeiten.
- Seminar – [DDid - Bürkmann-Prade] - Graphic Novels im Literaturunterricht
- Lehrperson
-
- Julia Bürkmann-Prade
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde BSS/0149/U In Präsenz - Beschreibung
- Titel: Graphic Novels im Literaturunterricht
Laut der KIM-Studie von 2024 rezipieren 25% der Lernenden ein bis mehrmals pro Woche Comics in medialen Verbünden und konsumieren täglich Bilderfluten in der digitalen Welt. Ausgehend von einem erweiterten Textbegriff liegt hierin für Lernende eine Chance, literarisches Verstehen und literarische Kompetenz aufzubauen, wenn Lehrende populäre literarische Gegenstände wie Comics, Mangas, Graphic Novels und Co. in den Unterricht einbinden – was nach aktuellen Studien noch zu selten geschieht, obwohl grafische Texte ein „Lernen an und über Literatur und Medien“ (Wrobel 2015, S. 4) ermöglichen.
In diesem Seminar sollen Chancen und Potenziale ebenso wie spezifische Herausforderungen von Graphic Novels im Literaturunterricht betrachtet werden. Grundlegend werden wir die analytischen Begrifflichkeiten rund um grafische Literatur klären. Auch die spezifische narrative Ästhetik sowie Dimensionen der Bild-Text-Analyse werden in den Blick genommen und anhand von Fachliteratur erarbeitet sowie in Praxisbeispielen exemplarisch untersucht mit dem Ziel, die Decodierfähigkeit der Lernenden aufzubauen. Darauf aufbauend wird die didaktische Aufbereitung im Literaturunterricht anhand von konkreten Unterrichtsvorhaben sowie Praxisbeispielen durchdrungen.
Vorkenntnisse sind für den Besuch des Seminars nicht erforderlich, aber die Bereitschaft zur Lektüre grafischer Literatur.
- Seminar – [DDid - Günther] - KinderLeseUniversität
- Lehrperson
-
- Dr. Ulrike Günther
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung – – BSS 109 In Präsenz - Beschreibung
- Studierende, die ihr Wissen im Umgang mit literarischen Texten praktisch erproben und vertiefen
und Kinder zum Lesen anregen möchten,
erhalten in diesem Service-Learning-Projekt die Möglichkeit dazu, indem sie Kinderseminare für Schulklassen aus dem Raum Dresden planen und gestalten.
Sie arbeiten in fach- und schulartübergreifenden Teams und werden auch hochschulübergreifend durch die Kooperation mit Referendaren und Referendarinnen der Ausbildungsstätte Dresden in der Vorbereitung der KinderLeseUniversität unterstützt.
Das Seminar ist ein Blockseminar. In der Einführung am Donnerstag, 29.10.26 5. DS BSS /139 U werden die Termine verkündet. Die KinderLeseUniversität öffnet dann in einer Woche im März 2027.
Die Lehrveranstaltung ist zusätzlich mit dem Modul im Ergänzungsbereich kompatibel und anrechenbar.
SLK-MAWP-DEU-VFD2LIT
(Vertiefung Fachdidaktik 2: Literaturdidaktik)
- Seminar – [DDid - Hoffmann] - Populäre Gegenstände für den Unterricht
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 5. Doppelstunde bis 6. Doppelstunde – Virtuell - Beschreibung
- Die Popularisierung von Gegenständen führen zu Transformationsprozessen, die auch in der Schule nachzuvollziehen sind. Zwar erweist sich die Schule in vielerlei Hinsicht als resiliente oder gar resistente Institutionen von Innovationen und Wandel anbelangen, doch gerät auch sie zunehmend unter Druck, populäre Gegenstände zu integrieren.
Im Rahmen der Ringveranstaltung, die transdisziplinär ausgerichtet ist, werden populäre Gegenstände als schulisch relevante bzw. durch ihre Popularisierung relevant gewordene exemplarisch und im Kontext verschiedener Fächer untersucht. Mit der transdisziplinären Ausrichtung der Ringveranstaltung sollen Anregungen für fächerübergreifende Perspektiven auf potentielle Unterrichtsgegenstände angeregt und verfolgt werden.
- Seminar – [DDid - Hoffmann] - Das Deutschbuch als Lernmedium (mehrtätige Exkursion)
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung – – In Präsenz - Beschreibung
- Das Exkursionsseminar (13.01.-15.01.26) ist als Forschungsseminar angelegt: In den vorbereitenden Sitzungen erarbeiten wir uns einen theoretischen Zugang zu Schulbüchern, der bereits von Studien zu Schulbüchern flankiert wird. Zudem erschließen wir uns Forschungsmethoden, die eine Untersuchung des Schulbuches erlauben (z.B. Qualitative Inhaltsanalyse, Digitale Auswertungsmethoden etc.). Ziel der Exkursion ist das Georg-Eckert-Institut in Braunschweig, das in Europa die größte Schulbuchsammlung beherbergt und sowohl aktuelle Schulbücher als auch solche aus dem 19. Jahrhundert umfasst. Die Studierenden stellen sich dort ein für ihre selbst entwickelte Forschungsfrage entsprechendes Korpus an Schulbüchern zusammen und untersuchen diese entweder literatur- oder sprachdidaktisch (je nach dem, in welchem Bereich die Vertiefung angestrebt wird). In den Blick können damit bspw. ebenso historische Veränderungen von oder Unterschiede zwischen Schulbüchern kommen als auch spezifische Aspekte wie Aufgabenstellungen, Textauswahl, Einbezug anderer Medien, Aufbau der Lerneinheiten etc.
Die Teilnahme an der Exkursion ist Pflicht. Wir übernachten in einer Jugendherberge in Mehrbettzimmern. Ein Teil der Kosten kann voraussichtlich von der Professur für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur übernommen werden.
Zu folgenden Zeiten finden die vor- und nachbereitenden (digital) Termine statt. Die Anwesenheit ist verpflichtend.
26.10.26: 8.30-10.00 Uhr
21.12.26: 8.30-10.00 Uhr
01.02.26: 8.30-12.00 Uhr
- Seminar – [DDid - Blei-Hoch] - Erzählen im Deutschunterricht
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Montag 4. Doppelstunde W48/0102/U In Präsenz - Beschreibung
- "Ich glaube einfach, dass wir immer erzählen, dass wir gar nicht richtig leben, wenn wir’s nicht tun." (Sten Nadolny)
Diesem Ansatz Folge leistend fragt das Seminar nach Potentialen narrativer Verfahren im Deutschunterricht. Neben einer begrifflichen Klärung wird es im Seminar vor allem um das Erproben und Reflektieren narrativer Verfahren für den schulischen Kontext gehen. Kreative und produktionsorientierte Verfahren werden ebenso eine Rolle spielen, wie das Erkunden biographischen Erzählens oder das Aufsuchen bestimmter "Erzählorte" als Ausgangspunkte für weiterführende didaktische Überlegungen. - Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
- Seminar – [DDid - Blei-Hoch] - Das Fach Deutsch an außerschulischen Lernorten
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 20
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde ABS/2-10/U In Präsenz - Beschreibung
- Schüler, die heute unsere Schulen besuchen, benötigen nicht allein fachspezifisches Wissen, sondern sollten in der Lage sein, fachspezifisch entwickelte Fähigkeiten und Fertigkeiten vernetzt und integrativ einzusetzen. Dieser Forderung trägt ein integrativer Deutschunterricht Rechnung. Doch welche didaktischen und methodischen Überlegungen gehen mit der Planung, Durchführung und Reflexion eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten einher ?
Das geplante Seminar verfolgt zwei Schwerpunkte: Zum einen gilt es zu eruieren, welche praktischen Voraussetzungen für die Planung und Durchführung eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten erforderlich sind. Als außerschulische Lernorte sind sowohl Museen (z.B. Gemäldegalerie Alte Meister) als auch Naturräume (z.B. Großer Garten) angedacht.
Zum anderen sollen die, für den Deutschunterricht relevanten Kompetenzfelder Sprechen - Zuhören- Schreiben - Lesen und Verstehen an konkreten Lernorten erprobt und reflektiert werden, so dass selbst erarbeitete Materialien für verschiedene Handlungsfelder entstehen werden.
Aufgrund des hohen Zeitaufwandes, den das Seminar erfordert, können für dieses Seminar Prüfungsleistungen für ein fachdidaktisches Seminar (Sprach-, Literaturdidaktik) sowie für den Ergänzungsbereich 3 erbracht werden.
Eine regelmäßige Teilnahme am Seminar, Interesse an der praktischen Arbeit an den Lernorten sowie Bereitschaft zur Teamarbeit mit Kommilitonen sowie Zuverlässigkeit im Hinblick auf getroffene Absprachen werden vorausgesetzt. - Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
- Seminar – [DDid - Bürkmann-Prade] - Graphic Novels im Literaturunterricht
- Lehrperson
-
- Julia Bürkmann-Prade
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 3. Doppelstunde BSS/0149/U In Präsenz - Beschreibung
- Titel: Graphic Novels im Literaturunterricht
Laut der KIM-Studie von 2024 rezipieren 25% der Lernenden ein bis mehrmals pro Woche Comics in medialen Verbünden und konsumieren täglich Bilderfluten in der digitalen Welt. Ausgehend von einem erweiterten Textbegriff liegt hierin für Lernende eine Chance, literarisches Verstehen und literarische Kompetenz aufzubauen, wenn Lehrende populäre literarische Gegenstände wie Comics, Mangas, Graphic Novels und Co. in den Unterricht einbinden – was nach aktuellen Studien noch zu selten geschieht, obwohl grafische Texte ein „Lernen an und über Literatur und Medien“ (Wrobel 2015, S. 4) ermöglichen.
In diesem Seminar sollen Chancen und Potenziale ebenso wie spezifische Herausforderungen von Graphic Novels im Literaturunterricht betrachtet werden. Grundlegend werden wir die analytischen Begrifflichkeiten rund um grafische Literatur klären. Auch die spezifische narrative Ästhetik sowie Dimensionen der Bild-Text-Analyse werden in den Blick genommen und anhand von Fachliteratur erarbeitet sowie in Praxisbeispielen exemplarisch untersucht mit dem Ziel, die Decodierfähigkeit der Lernenden aufzubauen. Darauf aufbauend wird die didaktische Aufbereitung im Literaturunterricht anhand von konkreten Unterrichtsvorhaben sowie Praxisbeispielen durchdrungen.
Vorkenntnisse sind für den Besuch des Seminars nicht erforderlich, aber die Bereitschaft zur Lektüre grafischer Literatur.
- Seminar – [DDid - Günther] - KinderLeseUniversität
- Lehrperson
-
- Dr. Ulrike Günther
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 25
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung – – BSS 109 In Präsenz - Beschreibung
- Studierende, die ihr Wissen im Umgang mit literarischen Texten praktisch erproben und vertiefen
und Kinder zum Lesen anregen möchten,
erhalten in diesem Service-Learning-Projekt die Möglichkeit dazu, indem sie Kinderseminare für Schulklassen aus dem Raum Dresden planen und gestalten.
Sie arbeiten in fach- und schulartübergreifenden Teams und werden auch hochschulübergreifend durch die Kooperation mit Referendaren und Referendarinnen der Ausbildungsstätte Dresden in der Vorbereitung der KinderLeseUniversität unterstützt.
Das Seminar ist ein Blockseminar. In der Einführung am Donnerstag, 29.10.26 5. DS BSS /139 U werden die Termine verkündet. Die KinderLeseUniversität öffnet dann in einer Woche im März 2027.
Die Lehrveranstaltung ist zusätzlich mit dem Modul im Ergänzungsbereich kompatibel und anrechenbar.
SLK-MAWP-DEU-VFD1SPR
(Vertiefung Fachdidaktik 1: Muttersprachdidaktik)
- Seminar – [DDid - Hoffmann] - Das Deutschbuch als Lernmedium (mehrtätige Exkursion)
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung – – In Präsenz - Beschreibung
- Das Exkursionsseminar (13.01.-15.01.26) ist als Forschungsseminar angelegt: In den vorbereitenden Sitzungen erarbeiten wir uns einen theoretischen Zugang zu Schulbüchern, der bereits von Studien zu Schulbüchern flankiert wird. Zudem erschließen wir uns Forschungsmethoden, die eine Untersuchung des Schulbuches erlauben (z.B. Qualitative Inhaltsanalyse, Digitale Auswertungsmethoden etc.). Ziel der Exkursion ist das Georg-Eckert-Institut in Braunschweig, das in Europa die größte Schulbuchsammlung beherbergt und sowohl aktuelle Schulbücher als auch solche aus dem 19. Jahrhundert umfasst. Die Studierenden stellen sich dort ein für ihre selbst entwickelte Forschungsfrage entsprechendes Korpus an Schulbüchern zusammen und untersuchen diese entweder literatur- oder sprachdidaktisch (je nach dem, in welchem Bereich die Vertiefung angestrebt wird). In den Blick können damit bspw. ebenso historische Veränderungen von oder Unterschiede zwischen Schulbüchern kommen als auch spezifische Aspekte wie Aufgabenstellungen, Textauswahl, Einbezug anderer Medien, Aufbau der Lerneinheiten etc.
Die Teilnahme an der Exkursion ist Pflicht. Wir übernachten in einer Jugendherberge in Mehrbettzimmern. Ein Teil der Kosten kann voraussichtlich von der Professur für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur übernommen werden.
Zu folgenden Zeiten finden die vor- und nachbereitenden (digital) Termine statt. Die Anwesenheit ist verpflichtend.
26.10.26: 8.30-10.00 Uhr
21.12.26: 8.30-10.00 Uhr
01.02.26: 8.30-12.00 Uhr
- Seminar – [DDid - Blei-Hoch] - Das Fach Deutsch an außerschulischen Lernorten
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 20
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde ABS/2-10/U In Präsenz - Beschreibung
- Schüler, die heute unsere Schulen besuchen, benötigen nicht allein fachspezifisches Wissen, sondern sollten in der Lage sein, fachspezifisch entwickelte Fähigkeiten und Fertigkeiten vernetzt und integrativ einzusetzen. Dieser Forderung trägt ein integrativer Deutschunterricht Rechnung. Doch welche didaktischen und methodischen Überlegungen gehen mit der Planung, Durchführung und Reflexion eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten einher ?
Das geplante Seminar verfolgt zwei Schwerpunkte: Zum einen gilt es zu eruieren, welche praktischen Voraussetzungen für die Planung und Durchführung eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten erforderlich sind. Als außerschulische Lernorte sind sowohl Museen (z.B. Gemäldegalerie Alte Meister) als auch Naturräume (z.B. Großer Garten) angedacht.
Zum anderen sollen die, für den Deutschunterricht relevanten Kompetenzfelder Sprechen - Zuhören- Schreiben - Lesen und Verstehen an konkreten Lernorten erprobt und reflektiert werden, so dass selbst erarbeitete Materialien für verschiedene Handlungsfelder entstehen werden.
Aufgrund des hohen Zeitaufwandes, den das Seminar erfordert, können für dieses Seminar Prüfungsleistungen für ein fachdidaktisches Seminar (Sprach-, Literaturdidaktik) sowie für den Ergänzungsbereich 3 erbracht werden.
Eine regelmäßige Teilnahme am Seminar, Interesse an der praktischen Arbeit an den Lernorten sowie Bereitschaft zur Teamarbeit mit Kommilitonen sowie Zuverlässigkeit im Hinblick auf getroffene Absprachen werden vorausgesetzt. - Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
- Seminar – [DDid - Günther] - Grammatik lehren und lernen
- Lehrperson
-
- Dr. Ulrike Günther
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 24
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde BSS 133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Bedeutung des sogenannten Grammatikunterrichts wird von zukünftigen Deutschlehrkräften oft skeptisch gesehen. Sie zweifeln an ihrem grammatischen Wissen und ihren Möglichkeiten grammatisches Wissen im Unterricht zu vermitteln. Im Seminar untersuchen wir, was grammatisches Wissen umfasst und welche Funktionen ihm auch in den anderen Kompetenzbereichen des Deutschunterrichts zukommen können. Wir diskutieren anhand schulpraktischer Beispiele, inwieweit sprach- und grammatikdidaktische Konzeptualisierungen zur Entfaltung sprachlicher Kompetenzen beitragen können und erarbeiten für ausgewählte grammatische Phänomene fachwissenschaftlich begründete, didaktisch-methodisch reflektierte, lernenden-orientierte Möglichkeiten ihrer Aneignung.
- Literatur
- Müller (2022): Sprache und Sprachgebrauch untersuchen, in: Baurmann,Kammler,Müller (Hg.):Handbuch Deutschunterricht, S.295ff.
SLK-MAWP-DEU-VFD2SPR
(Vertiefung Fachdidaktik 2: Muttersprachdidaktik)
- Seminar – [DDid - Hoffmann] - Das Deutschbuch als Lernmedium (mehrtätige Exkursion)
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Anna Rebecca Hoffmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung – – In Präsenz - Beschreibung
- Das Exkursionsseminar (13.01.-15.01.26) ist als Forschungsseminar angelegt: In den vorbereitenden Sitzungen erarbeiten wir uns einen theoretischen Zugang zu Schulbüchern, der bereits von Studien zu Schulbüchern flankiert wird. Zudem erschließen wir uns Forschungsmethoden, die eine Untersuchung des Schulbuches erlauben (z.B. Qualitative Inhaltsanalyse, Digitale Auswertungsmethoden etc.). Ziel der Exkursion ist das Georg-Eckert-Institut in Braunschweig, das in Europa die größte Schulbuchsammlung beherbergt und sowohl aktuelle Schulbücher als auch solche aus dem 19. Jahrhundert umfasst. Die Studierenden stellen sich dort ein für ihre selbst entwickelte Forschungsfrage entsprechendes Korpus an Schulbüchern zusammen und untersuchen diese entweder literatur- oder sprachdidaktisch (je nach dem, in welchem Bereich die Vertiefung angestrebt wird). In den Blick können damit bspw. ebenso historische Veränderungen von oder Unterschiede zwischen Schulbüchern kommen als auch spezifische Aspekte wie Aufgabenstellungen, Textauswahl, Einbezug anderer Medien, Aufbau der Lerneinheiten etc.
Die Teilnahme an der Exkursion ist Pflicht. Wir übernachten in einer Jugendherberge in Mehrbettzimmern. Ein Teil der Kosten kann voraussichtlich von der Professur für die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur übernommen werden.
Zu folgenden Zeiten finden die vor- und nachbereitenden (digital) Termine statt. Die Anwesenheit ist verpflichtend.
26.10.26: 8.30-10.00 Uhr
21.12.26: 8.30-10.00 Uhr
01.02.26: 8.30-12.00 Uhr
- Seminar – [DDid - Blei-Hoch] - Das Fach Deutsch an außerschulischen Lernorten
- Lehrperson
-
- Dr. Claudia Blei-Hoch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 20
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 2. Doppelstunde bis 3. Doppelstunde ABS/2-10/U In Präsenz - Beschreibung
- Schüler, die heute unsere Schulen besuchen, benötigen nicht allein fachspezifisches Wissen, sondern sollten in der Lage sein, fachspezifisch entwickelte Fähigkeiten und Fertigkeiten vernetzt und integrativ einzusetzen. Dieser Forderung trägt ein integrativer Deutschunterricht Rechnung. Doch welche didaktischen und methodischen Überlegungen gehen mit der Planung, Durchführung und Reflexion eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten einher ?
Das geplante Seminar verfolgt zwei Schwerpunkte: Zum einen gilt es zu eruieren, welche praktischen Voraussetzungen für die Planung und Durchführung eines integrativ konzipierten Deutschunterrichts an außerschulischen Lernorten erforderlich sind. Als außerschulische Lernorte sind sowohl Museen (z.B. Gemäldegalerie Alte Meister) als auch Naturräume (z.B. Großer Garten) angedacht.
Zum anderen sollen die, für den Deutschunterricht relevanten Kompetenzfelder Sprechen - Zuhören- Schreiben - Lesen und Verstehen an konkreten Lernorten erprobt und reflektiert werden, so dass selbst erarbeitete Materialien für verschiedene Handlungsfelder entstehen werden.
Aufgrund des hohen Zeitaufwandes, den das Seminar erfordert, können für dieses Seminar Prüfungsleistungen für ein fachdidaktisches Seminar (Sprach-, Literaturdidaktik) sowie für den Ergänzungsbereich 3 erbracht werden.
Eine regelmäßige Teilnahme am Seminar, Interesse an der praktischen Arbeit an den Lernorten sowie Bereitschaft zur Teamarbeit mit Kommilitonen sowie Zuverlässigkeit im Hinblick auf getroffene Absprachen werden vorausgesetzt. - Literatur
- Sämtliche seminarrelevante Texte werden auf der Opal-Plattform zu finden sein.
- Seminar – [DDid - Günther] - Grammatik lehren und lernen
- Lehrperson
-
- Dr. Ulrike Günther
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 24
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde BSS 133 In Präsenz - Beschreibung
- Die Bedeutung des sogenannten Grammatikunterrichts wird von zukünftigen Deutschlehrkräften oft skeptisch gesehen. Sie zweifeln an ihrem grammatischen Wissen und ihren Möglichkeiten grammatisches Wissen im Unterricht zu vermitteln. Im Seminar untersuchen wir, was grammatisches Wissen umfasst und welche Funktionen ihm auch in den anderen Kompetenzbereichen des Deutschunterrichts zukommen können. Wir diskutieren anhand schulpraktischer Beispiele, inwieweit sprach- und grammatikdidaktische Konzeptualisierungen zur Entfaltung sprachlicher Kompetenzen beitragen können und erarbeiten für ausgewählte grammatische Phänomene fachwissenschaftlich begründete, didaktisch-methodisch reflektierte, lernenden-orientierte Möglichkeiten ihrer Aneignung.
- Literatur
- Müller (2022): Sprache und Sprachgebrauch untersuchen, in: Baurmann,Kammler,Müller (Hg.):Handbuch Deutschunterricht, S.295ff.
SLK-MAWP-DEU-ERSPR
(Ergänzungsmodul: Sprache und Kultur)
- Seminar – [GLS - Lasch] - Digitale Edition
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 2. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Dieses Seminar befasst sich mit den grundlegenden Methoden und Herausforderungen der Digitalen Edition im Kontext der Digital Humanities. Die Verfügbarmachung historischer Quellen für Forschung, Lehre und eine interessierte Öffentlichkeit stellt eine zentrale Herausforderung dar. Ziel des Seminars ist es, den gesamten Workflow von der Bilddigitalisierung bis zur publizierbaren, digital angereicherten Textedition praktisch zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erschließung von vormodernen Handschriften auch mit Unterstützung durch generative KI. Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars werden Sie in der Lage sein,
- die Prinzipien und Standards der Digitalen Edition zu verstehen und praktisch anzuwenden,
- historische Handschriften, inklusive solcher in der Kurrentschrift, digital zu erschließen, zu transkribieren und zu verifizieren (auch auf der Basis von Optical Character Recognition (OCR),
- Texte in einem TEI-konformen XML-Format zu kodieren und mit umfassenden Metadaten sowie linguistischen Informationen anzureichern,
- Grundlagen der Verknüpfung und Relationierung von Quellen und Wissen im Kontext des Wikiversums, insbesondere unter Nutzung von WikiData, zu verstehen und anzuwenden,
- KI-Agents zur Unterstützung für die genannten Prozesse zu entwickeln und zu nutzen.
- Seminar – [GLS - Lasch] - Grönland, Surinam, Südafrika: Postkoloniale linguistische Studien
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte die Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) ein globales Netzwerk von Missionsstationen – unter anderem in der Arktis (Grönland/Labrador), in der Karibik und Südamerika (Surinam) sowie im südlichen Afrika (Genadendal/Mamre). Die Missionarinnen und Missionare hinterließen umfangreiche Text- und Wissensarchive: von handschriftlichen Diarien, Reiseberichten und Lebensläufen bis hin zu Wörterbüchern, Grammatiken, Bibelübersetzungen und Gesangbüchern in indigenen, kreolischen und Kontaktsprachen (u. a. Kalaallisut, Sranantongo, Khoisan-Sprachen, frühe Varietäten des Afrikaans). Das Seminar widmet sich der sprach- und diskursgeschichtlichen Analyse dieser Quellen aus einer postkolonial-linguistischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen folgende Schwerpunkte: Wie wurden indigene und kreolisierte Sprachen von europäischen Akteuren erfasst, verschriftlicht und normiert? Welche Sprachkontaktphänomene und Übersetzungsprozesse spiegeln sich in den Texten wider? Auf welche Weise prägten missionarische Narrationen die europäische Wahrnehmung des „Anderen“ und wie wurden lokale Narrative, Agency und Benennungspraktiken überformt oder überschrieben? Das erwartet Sie:
- Sie setzen sich mit den Konzepten des Postkolonialismus, der postkolonialen Sprachwissenschaft und der Missionsgeschichte auseinander.
- Sie sind in der Lage, historische Quellen kritisch auf koloniale Deutungsmuster, Sprachideologien, Machtasymmetrien und Spuren indigener Wissensbestände hin zu analysieren.
- Sie erproben digitale Methoden zur Erschließung historischer Handschriften und Drucke und lernen, digitale Werkzeuge reflektiert in linguistischen Fragestellungen einzusetzen.
- Sie entwickeln Fragestellungen zu Sprach- und Diskursphänomenen in mindestens einem der drei Zielräume (Grönland, Surinam oder Südafrika).
- Vorlesung – [GLS - Lasch] - Konstruktionsdidaktik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 100
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Freitag 2. Doppelstunde ABS/0E08/H In Präsenz - Beschreibung
- Die Vorlesung "Konstruktionsdidkatik" schließt an die Vorlesungen "Konstruktionsgrammatik" (WiSe 2025) und "Grammatik in der Schule" (SoSe 2026) an und nimmt auch Anregungen aus dem Seminar "Morphologie" (SoSe 2026) auf. Die Vorlesung bietet die Möglichkeit zur theoriegeleiteten Auffrischung des Grammatikwissens aus funktionaler und kognitionslinguistischer Perspektive auf der einen Seite. Hauptgegenstand der Vorlesung ist aber auf der anderen Seite die Entwicklung von konkretem Unterrichtsmaterial auf der Basis der Prämissen von framesemantisch orientierter Konstruktionsgrammatik und Konstruktionsdidaktik.
- Literatur
- Standardliteratur für eine Grammatikvorlesung zu empfehlen, ist schwierig - aber Sie sollten eine aktuelle Ausgabe der DUDEN-Grammatik (Bd. 4 der DUDEN-Reihe) Ihr eigen nennen und sich mit dem grammatischen Informationsportal des IDS (https://grammis.ids-mannheim.de/) vertraut machen.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Framesemantik
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar führt in die Framesemantik als kognitiv fundierte Bedeutungstheorie ein, wie sie von Charles Fillmore in den 1970er und 1980er Jahren begründet wurde, und untersucht ihre Anwendung in aktuellen linguistischen Fragestellungen. Ausgangspunkt ist die Grundannahme, dass die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke nicht isoliert, sondern relativ zu strukturierten Wissensrahmen, sogenannten Frames, verstanden werden muss. Im Zentrum stehen zunächst die theoretischen Grundlagen des Frame-Begriffs sowie seine Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Skripten und Schemata, bevor das Verhältnis von Framesemantik und Konstruktionsgrammatik, insbesondere die Frage des Frame-to-Form-Mapping, vertieft wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung lexikalischer und grammatischer Frames sowie auf der praktischen Arbeit mit der FrameNet-Datenbank als lexikografischem Ressourcenmodell, deren Aufbau und Annotationspraxis exemplarisch nachvollzogen werden. Darüber hinaus werden Anwendungsfelder der Framesemantik in der kontrastiven und typologischen Linguistik, der Metaphernanalyse, der Diskurslinguistik sowie in der Sprachdidaktik diskutiert, wobei stets auch die Grenzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Frame-Konzepts kritisch reflektiert werden. Die Studierenden sollen am Ende des Seminars in der Lage sein, die theoretischen Grundannahmen der Framesemantik eigenständig darzustellen, Frame-Analysen an authentischem Sprachmaterial durchzuführen, mit der FrameNet-Datenbank zu recherchieren und zu annotieren sowie den Nutzen framesemantischer Ansätze für eigene Forschungsfragen, etwa im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, kritisch zu bewerten.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Multimodalität
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar behandelt Multimodalität als Forschungsparadigma, das Kommunikation nicht auf verbalsprachliche Mittel beschränkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener semiotischer Ressourcen wie Sprache, Gestik, Mimik, Blick, Bild, Layout und Prosodie in den Blick nimmt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der systemisch-funktionalen Multimodalitätstheorie sowie Ansätzen der interaktionalen Linguistik werden die unterschiedlichen semiotischen Ressourcen und ihr Zusammenwirken vergleichend betrachtet. Darüber hinaus wird Multimodalität in digitalen und medialen Kontexten, etwa in sozialen Medien, Erklärvideos oder Werbung, sowie ihre Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht und die Sprachdidaktik thematisiert, wobei auch die Reichweite und methodischen Grenzen multimodaler Analysen kritisch diskutiert werden. Nach Abschluss des Seminars sollen die Studierenden zentrale Theorien und Modelle der Multimodalitätsforschung erläutern, multimodale Daten wie Video- und Bild-Text-Kombinationen systematisch beschreiben und transkribieren, geeignete Analysetools für multimodale Fragestellungen auswählen und anwenden sowie die Relevanz multimodaler Ansätze für die eigene Fachrichtung, etwa die Sprachlehr- und -lernforschung, reflektieren können.
- Seminar – [ALI - Bergmann] - TEXTweltEN
- Lehrperson
-
- Dr. Regina Bergmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/0004/U In Präsenz - Beschreibung
- Texte sind im Alltag omnipräsent, dabei interessiert sich die Linguistik wissenschaftshistorisch gesehen noch gar nicht so lange für das größte der sprachlichen Zeichen. Der für das Seminar gewählte Zugang bietet nicht nur eine Einführung in ein sehr spannendes linguistisches Teilgebiet, es gibt auch kleine Ausflüge in die „Anwendungszonen“, etwa die institutionelle Kommunikation.
Das Spektrum, das die linguistische Forschung mittlerweile mit dem Blick auf das Textliche aufgreift, reicht von den „kleinen Texten“ über „Gebrauchstexte“ bis hin zum Verhältnis von Text und Bild, zu medial unterschiedlich konstituierten Texten, zu Texten in ihrer räumlichen Umgebung und zu Fragen, inwieweit Texte Teil, Begleiter, und Anlass von Interaktion oder überhaupt als Interaktion darstellbar sind. Allen Denkrichtungen zugrunde liegt die Einsicht: Text ist mehr als eine Ansammlung von Sätzen, mit Texten erschaffen wir Welten und sie sind die Grundlage für unser kommunikatives Miteinander. - Literatur
- Brinker, Klaus; Cölfen, Hermann; Pappert, Steffen (2018): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 9. durchgesehene Auflage. ; Erich-Schmidt-Verlag Berlin
- Seminar – [ALI - Meier-Vieracker] - Sprachliche Zweifelsfälle
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde HSZ 0405 In Präsenz - Beschreibung
- Durch unsere – insbesondere schulische – sprachliche Sozialisation gehen wir davon aus, dass die grammatischen und orthorgraphischen Regeln des Standarddeutschen eindeutig sind. Schon ein flüchtiger Blick in Sprachkorpora zeigt aber, dass diese Annahme kaum der sprachlichen Wirklichkeit entspricht. Es gibt eine Fülle sogenannter sprachlicher Zweifelsfälle, wo nicht klar ist, welche von mindestens zwei Varianten nun standardsprachlich korrekt ist. Heißt es gewinkt oder gewunken? Anfang diesen Jahres oder dieses Jahres? Ein rosa Kleid oder rosanes Kleid, oder muss man gleich rosafarbenes Kleid sagen? Muss es dank des schönen Wetters oder dank dem schönen Wetter heißen? Und auf welcher Silbe betont man eigentlich durchaus?
Sprachliche Zweifelsfälle sind die Stellen im System, wo die Standardisierungsbemühungen, die für das Deutsche seit über 300 Jahren unternommen wurden, an ihre Grenzen kommen. Regionale Variation und Registervielfalt sind nur zwei Gründe, die die Erwartung des einen verbindlichen Standards immer wieder durchkreuzen. Aus der Untersuchung von sprachlichen Zweifelsfällen und ihrer (oftmals sehr emotionalen) Thematisierung im Alltag kann man viel lernen. Und zwar nicht nur über die Regeln des Standarddeutschen selbst, sondern auch über ihre Entstehung, ihre soziale Funktion in einer stratifizierten Gesellschaft und über die sprachideologischen Wissensbestände, die ihnen zugrunde liegen. Schließlich sind sprachliche Zweifelsfälle ein geeigneter Gegenstand, um korpuslinguistische Methoden einzuüben.
Im Seminar wollen wir uns zunächst die seit einigen Jahren florierende Forschung zu sprachlichen Zweifelsfällen erschließen und ausgesuchte Zweifelsfälle und die metasprachlichen Thematisierungen selbständig untersuchen. Auch über didaktische Implikationen für den schulischen Deutschunterricht werden wir uns Gedanken machen. - Literatur
-
- Klein, Wolf Peter (2003): Sprachliche Zweifelsfälle als linguistischer Gegenstand. Zur Einführung in ein vergessenes Thema der Sprachwissenschaft. In: Linguistik Online 16, https://doi.org/10.13092/lo.16.793.
- Klein, Wolf Peter (2018): Sprachliche Zweifelsfälle im Deutschen: Theorie, Praxis, Geschichte. Berlin, Boston: De Gruyter.
- Szczepaniak, Renata (2025): Sprachliche Zweifelsfälle: Definition, Betrachtungsdimensionen und Erforschung (= Narr Studienbücher). Tübingen: Narr Francke Attempto.
- Vorlesung – [ALI - Meier-Vieracker] - Einführung in die Angewandte Linguistik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 80
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde HSZ/0401 Hybrid - Beschreibung
- In der Vorlesung behandeln wir einige jener Teilbereiche der Linguistik, die früher gerne als Bindestrichlinguistiken marginalisiert werden, inzwischen aber längst den Anspruch haben, Sprache und Kommunikation gegenstandsadäquater zu modellieren als die vermeintlichen Kerngebiete: Gesprächslinguistik, Textlinguistik und Soziolinguistik. Hinzu treten einige Bereiche der Angewandten Linguistik, die an der gleichnamigen Professur eine besondere Rolle spielen und in Ihnen im Laufe des Studiums an der TU Dresden immer wieder begegnen werden, wie etwa die Korpuslinguistik, die Diskurslinguistik und die Medienlinguistik.
Die Vorlesung steht vollständig als YouTube-Playlist zur Verfügung. Die Videos werden ergänzt durch Selbstlernangebote auf OPAL. Im Zweiwochenrhythmus finden zudem (freiwillige) Präsenzsitzungen statt, in deren Rahmen Fragen besprochen und die Inhalte anhand von aktuellen Fallbeispielen vertiefend diskutiert werden. - Literatur
-
- Knapp, Karlfried (Hg.) (2011): Angewandte Linguistik. Ein Lehrbuch. 3., vollst. überarb. und erw. Aufl. Tübingen: Francke. (= UTB Sprachwissenschaften 8275).
- Meer, Dorothee/Pick, Ina (2019): Einführung in die Angewandte Linguistik: Gespräche, Texte, Medienformate analysieren. Stuttgart: Metzler
- Seminar – [DAZ - Harfmann] - Schreibprozessforschung
- Lehrperson
-
- Martin Harfmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde BSS/0109/U In Präsenz - Beschreibung
- In diesem Seminar werden zunächst empirische Forschungsmethoden in Linguistik und Sprachlehrforschung diskutiert, wobei auf häufige Datenerhebungsmethoden wie z.B. Beobachtung, Befragung und Experiment eingegangen wird. Dann wird speziell auf Methoden zur empirischen Erforschung des Schreibens und auf Schreibprozessmodelle in Deutsch als Zweitsprache eingegangen. Schließlich werden das schriftliche Argumentieren und die Entwicklung wissenschaftlicher Textkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der Zweitsprache Deutsch fokussiert.
Hinweis zum EF DaZ
Dieses Seminar ist zugehörig zum Modul „Förderung sprachlicher Kompetenzen in der Sekundarstufe I und II“ (SLK-SEGY-DAZ-FSK, SLK-SEBS-DAZ-FSK).
SLK-MAWP-DEU-EWSPR
(Erweiterungsmodul: Sprache und Kultur)
- Seminar – [GLS - Lasch] - Digitale Edition
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 2. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Dieses Seminar befasst sich mit den grundlegenden Methoden und Herausforderungen der Digitalen Edition im Kontext der Digital Humanities. Die Verfügbarmachung historischer Quellen für Forschung, Lehre und eine interessierte Öffentlichkeit stellt eine zentrale Herausforderung dar. Ziel des Seminars ist es, den gesamten Workflow von der Bilddigitalisierung bis zur publizierbaren, digital angereicherten Textedition praktisch zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erschließung von vormodernen Handschriften auch mit Unterstützung durch generative KI. Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars werden Sie in der Lage sein,
- die Prinzipien und Standards der Digitalen Edition zu verstehen und praktisch anzuwenden,
- historische Handschriften, inklusive solcher in der Kurrentschrift, digital zu erschließen, zu transkribieren und zu verifizieren (auch auf der Basis von Optical Character Recognition (OCR),
- Texte in einem TEI-konformen XML-Format zu kodieren und mit umfassenden Metadaten sowie linguistischen Informationen anzureichern,
- Grundlagen der Verknüpfung und Relationierung von Quellen und Wissen im Kontext des Wikiversums, insbesondere unter Nutzung von WikiData, zu verstehen und anzuwenden,
- KI-Agents zur Unterstützung für die genannten Prozesse zu entwickeln und zu nutzen.
- Seminar – [GLS - Lasch] - Grönland, Surinam, Südafrika: Postkoloniale linguistische Studien
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte die Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) ein globales Netzwerk von Missionsstationen – unter anderem in der Arktis (Grönland/Labrador), in der Karibik und Südamerika (Surinam) sowie im südlichen Afrika (Genadendal/Mamre). Die Missionarinnen und Missionare hinterließen umfangreiche Text- und Wissensarchive: von handschriftlichen Diarien, Reiseberichten und Lebensläufen bis hin zu Wörterbüchern, Grammatiken, Bibelübersetzungen und Gesangbüchern in indigenen, kreolischen und Kontaktsprachen (u. a. Kalaallisut, Sranantongo, Khoisan-Sprachen, frühe Varietäten des Afrikaans). Das Seminar widmet sich der sprach- und diskursgeschichtlichen Analyse dieser Quellen aus einer postkolonial-linguistischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen folgende Schwerpunkte: Wie wurden indigene und kreolisierte Sprachen von europäischen Akteuren erfasst, verschriftlicht und normiert? Welche Sprachkontaktphänomene und Übersetzungsprozesse spiegeln sich in den Texten wider? Auf welche Weise prägten missionarische Narrationen die europäische Wahrnehmung des „Anderen“ und wie wurden lokale Narrative, Agency und Benennungspraktiken überformt oder überschrieben? Das erwartet Sie:
- Sie setzen sich mit den Konzepten des Postkolonialismus, der postkolonialen Sprachwissenschaft und der Missionsgeschichte auseinander.
- Sie sind in der Lage, historische Quellen kritisch auf koloniale Deutungsmuster, Sprachideologien, Machtasymmetrien und Spuren indigener Wissensbestände hin zu analysieren.
- Sie erproben digitale Methoden zur Erschließung historischer Handschriften und Drucke und lernen, digitale Werkzeuge reflektiert in linguistischen Fragestellungen einzusetzen.
- Sie entwickeln Fragestellungen zu Sprach- und Diskursphänomenen in mindestens einem der drei Zielräume (Grönland, Surinam oder Südafrika).
- Vorlesung – [GLS - Lasch] - Konstruktionsdidaktik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 100
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Freitag 2. Doppelstunde ABS/0E08/H In Präsenz - Beschreibung
- Die Vorlesung "Konstruktionsdidkatik" schließt an die Vorlesungen "Konstruktionsgrammatik" (WiSe 2025) und "Grammatik in der Schule" (SoSe 2026) an und nimmt auch Anregungen aus dem Seminar "Morphologie" (SoSe 2026) auf. Die Vorlesung bietet die Möglichkeit zur theoriegeleiteten Auffrischung des Grammatikwissens aus funktionaler und kognitionslinguistischer Perspektive auf der einen Seite. Hauptgegenstand der Vorlesung ist aber auf der anderen Seite die Entwicklung von konkretem Unterrichtsmaterial auf der Basis der Prämissen von framesemantisch orientierter Konstruktionsgrammatik und Konstruktionsdidaktik.
- Literatur
- Standardliteratur für eine Grammatikvorlesung zu empfehlen, ist schwierig - aber Sie sollten eine aktuelle Ausgabe der DUDEN-Grammatik (Bd. 4 der DUDEN-Reihe) Ihr eigen nennen und sich mit dem grammatischen Informationsportal des IDS (https://grammis.ids-mannheim.de/) vertraut machen.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Framesemantik
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar führt in die Framesemantik als kognitiv fundierte Bedeutungstheorie ein, wie sie von Charles Fillmore in den 1970er und 1980er Jahren begründet wurde, und untersucht ihre Anwendung in aktuellen linguistischen Fragestellungen. Ausgangspunkt ist die Grundannahme, dass die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke nicht isoliert, sondern relativ zu strukturierten Wissensrahmen, sogenannten Frames, verstanden werden muss. Im Zentrum stehen zunächst die theoretischen Grundlagen des Frame-Begriffs sowie seine Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Skripten und Schemata, bevor das Verhältnis von Framesemantik und Konstruktionsgrammatik, insbesondere die Frage des Frame-to-Form-Mapping, vertieft wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung lexikalischer und grammatischer Frames sowie auf der praktischen Arbeit mit der FrameNet-Datenbank als lexikografischem Ressourcenmodell, deren Aufbau und Annotationspraxis exemplarisch nachvollzogen werden. Darüber hinaus werden Anwendungsfelder der Framesemantik in der kontrastiven und typologischen Linguistik, der Metaphernanalyse, der Diskurslinguistik sowie in der Sprachdidaktik diskutiert, wobei stets auch die Grenzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Frame-Konzepts kritisch reflektiert werden. Die Studierenden sollen am Ende des Seminars in der Lage sein, die theoretischen Grundannahmen der Framesemantik eigenständig darzustellen, Frame-Analysen an authentischem Sprachmaterial durchzuführen, mit der FrameNet-Datenbank zu recherchieren und zu annotieren sowie den Nutzen framesemantischer Ansätze für eigene Forschungsfragen, etwa im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, kritisch zu bewerten.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Multimodalität
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar behandelt Multimodalität als Forschungsparadigma, das Kommunikation nicht auf verbalsprachliche Mittel beschränkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener semiotischer Ressourcen wie Sprache, Gestik, Mimik, Blick, Bild, Layout und Prosodie in den Blick nimmt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der systemisch-funktionalen Multimodalitätstheorie sowie Ansätzen der interaktionalen Linguistik werden die unterschiedlichen semiotischen Ressourcen und ihr Zusammenwirken vergleichend betrachtet. Darüber hinaus wird Multimodalität in digitalen und medialen Kontexten, etwa in sozialen Medien, Erklärvideos oder Werbung, sowie ihre Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht und die Sprachdidaktik thematisiert, wobei auch die Reichweite und methodischen Grenzen multimodaler Analysen kritisch diskutiert werden. Nach Abschluss des Seminars sollen die Studierenden zentrale Theorien und Modelle der Multimodalitätsforschung erläutern, multimodale Daten wie Video- und Bild-Text-Kombinationen systematisch beschreiben und transkribieren, geeignete Analysetools für multimodale Fragestellungen auswählen und anwenden sowie die Relevanz multimodaler Ansätze für die eigene Fachrichtung, etwa die Sprachlehr- und -lernforschung, reflektieren können.
- Seminar – [ALI - Bergmann] - TEXTweltEN
- Lehrperson
-
- Dr. Regina Bergmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/0004/U In Präsenz - Beschreibung
- Texte sind im Alltag omnipräsent, dabei interessiert sich die Linguistik wissenschaftshistorisch gesehen noch gar nicht so lange für das größte der sprachlichen Zeichen. Der für das Seminar gewählte Zugang bietet nicht nur eine Einführung in ein sehr spannendes linguistisches Teilgebiet, es gibt auch kleine Ausflüge in die „Anwendungszonen“, etwa die institutionelle Kommunikation.
Das Spektrum, das die linguistische Forschung mittlerweile mit dem Blick auf das Textliche aufgreift, reicht von den „kleinen Texten“ über „Gebrauchstexte“ bis hin zum Verhältnis von Text und Bild, zu medial unterschiedlich konstituierten Texten, zu Texten in ihrer räumlichen Umgebung und zu Fragen, inwieweit Texte Teil, Begleiter, und Anlass von Interaktion oder überhaupt als Interaktion darstellbar sind. Allen Denkrichtungen zugrunde liegt die Einsicht: Text ist mehr als eine Ansammlung von Sätzen, mit Texten erschaffen wir Welten und sie sind die Grundlage für unser kommunikatives Miteinander. - Literatur
- Brinker, Klaus; Cölfen, Hermann; Pappert, Steffen (2018): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 9. durchgesehene Auflage. ; Erich-Schmidt-Verlag Berlin
- Seminar – [ALI - Meier-Vieracker] - Sprachliche Zweifelsfälle
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde HSZ 0405 In Präsenz - Beschreibung
- Durch unsere – insbesondere schulische – sprachliche Sozialisation gehen wir davon aus, dass die grammatischen und orthorgraphischen Regeln des Standarddeutschen eindeutig sind. Schon ein flüchtiger Blick in Sprachkorpora zeigt aber, dass diese Annahme kaum der sprachlichen Wirklichkeit entspricht. Es gibt eine Fülle sogenannter sprachlicher Zweifelsfälle, wo nicht klar ist, welche von mindestens zwei Varianten nun standardsprachlich korrekt ist. Heißt es gewinkt oder gewunken? Anfang diesen Jahres oder dieses Jahres? Ein rosa Kleid oder rosanes Kleid, oder muss man gleich rosafarbenes Kleid sagen? Muss es dank des schönen Wetters oder dank dem schönen Wetter heißen? Und auf welcher Silbe betont man eigentlich durchaus?
Sprachliche Zweifelsfälle sind die Stellen im System, wo die Standardisierungsbemühungen, die für das Deutsche seit über 300 Jahren unternommen wurden, an ihre Grenzen kommen. Regionale Variation und Registervielfalt sind nur zwei Gründe, die die Erwartung des einen verbindlichen Standards immer wieder durchkreuzen. Aus der Untersuchung von sprachlichen Zweifelsfällen und ihrer (oftmals sehr emotionalen) Thematisierung im Alltag kann man viel lernen. Und zwar nicht nur über die Regeln des Standarddeutschen selbst, sondern auch über ihre Entstehung, ihre soziale Funktion in einer stratifizierten Gesellschaft und über die sprachideologischen Wissensbestände, die ihnen zugrunde liegen. Schließlich sind sprachliche Zweifelsfälle ein geeigneter Gegenstand, um korpuslinguistische Methoden einzuüben.
Im Seminar wollen wir uns zunächst die seit einigen Jahren florierende Forschung zu sprachlichen Zweifelsfällen erschließen und ausgesuchte Zweifelsfälle und die metasprachlichen Thematisierungen selbständig untersuchen. Auch über didaktische Implikationen für den schulischen Deutschunterricht werden wir uns Gedanken machen. - Literatur
-
- Klein, Wolf Peter (2003): Sprachliche Zweifelsfälle als linguistischer Gegenstand. Zur Einführung in ein vergessenes Thema der Sprachwissenschaft. In: Linguistik Online 16, https://doi.org/10.13092/lo.16.793.
- Klein, Wolf Peter (2018): Sprachliche Zweifelsfälle im Deutschen: Theorie, Praxis, Geschichte. Berlin, Boston: De Gruyter.
- Szczepaniak, Renata (2025): Sprachliche Zweifelsfälle: Definition, Betrachtungsdimensionen und Erforschung (= Narr Studienbücher). Tübingen: Narr Francke Attempto.
- Vorlesung – [ALI - Meier-Vieracker] - Einführung in die Angewandte Linguistik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 80
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde HSZ/0401 Hybrid - Beschreibung
- In der Vorlesung behandeln wir einige jener Teilbereiche der Linguistik, die früher gerne als Bindestrichlinguistiken marginalisiert werden, inzwischen aber längst den Anspruch haben, Sprache und Kommunikation gegenstandsadäquater zu modellieren als die vermeintlichen Kerngebiete: Gesprächslinguistik, Textlinguistik und Soziolinguistik. Hinzu treten einige Bereiche der Angewandten Linguistik, die an der gleichnamigen Professur eine besondere Rolle spielen und in Ihnen im Laufe des Studiums an der TU Dresden immer wieder begegnen werden, wie etwa die Korpuslinguistik, die Diskurslinguistik und die Medienlinguistik.
Die Vorlesung steht vollständig als YouTube-Playlist zur Verfügung. Die Videos werden ergänzt durch Selbstlernangebote auf OPAL. Im Zweiwochenrhythmus finden zudem (freiwillige) Präsenzsitzungen statt, in deren Rahmen Fragen besprochen und die Inhalte anhand von aktuellen Fallbeispielen vertiefend diskutiert werden. - Literatur
-
- Knapp, Karlfried (Hg.) (2011): Angewandte Linguistik. Ein Lehrbuch. 3., vollst. überarb. und erw. Aufl. Tübingen: Francke. (= UTB Sprachwissenschaften 8275).
- Meer, Dorothee/Pick, Ina (2019): Einführung in die Angewandte Linguistik: Gespräche, Texte, Medienformate analysieren. Stuttgart: Metzler
- Seminar – [DAZ - Harfmann] - Schreibprozessforschung
- Lehrperson
-
- Martin Harfmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde BSS/0109/U In Präsenz - Beschreibung
- In diesem Seminar werden zunächst empirische Forschungsmethoden in Linguistik und Sprachlehrforschung diskutiert, wobei auf häufige Datenerhebungsmethoden wie z.B. Beobachtung, Befragung und Experiment eingegangen wird. Dann wird speziell auf Methoden zur empirischen Erforschung des Schreibens und auf Schreibprozessmodelle in Deutsch als Zweitsprache eingegangen. Schließlich werden das schriftliche Argumentieren und die Entwicklung wissenschaftlicher Textkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der Zweitsprache Deutsch fokussiert.
Hinweis zum EF DaZ
Dieses Seminar ist zugehörig zum Modul „Förderung sprachlicher Kompetenzen in der Sekundarstufe I und II“ (SLK-SEGY-DAZ-FSK, SLK-SEBS-DAZ-FSK).
SLK-MAWP-DEU-KSPR
(Komplementärmodul: Sprache und Kultur)
- Seminar – [GLS - Lasch] - Digitale Edition
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 2. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Dieses Seminar befasst sich mit den grundlegenden Methoden und Herausforderungen der Digitalen Edition im Kontext der Digital Humanities. Die Verfügbarmachung historischer Quellen für Forschung, Lehre und eine interessierte Öffentlichkeit stellt eine zentrale Herausforderung dar. Ziel des Seminars ist es, den gesamten Workflow von der Bilddigitalisierung bis zur publizierbaren, digital angereicherten Textedition praktisch zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erschließung von vormodernen Handschriften auch mit Unterstützung durch generative KI. Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars werden Sie in der Lage sein,
- die Prinzipien und Standards der Digitalen Edition zu verstehen und praktisch anzuwenden,
- historische Handschriften, inklusive solcher in der Kurrentschrift, digital zu erschließen, zu transkribieren und zu verifizieren (auch auf der Basis von Optical Character Recognition (OCR),
- Texte in einem TEI-konformen XML-Format zu kodieren und mit umfassenden Metadaten sowie linguistischen Informationen anzureichern,
- Grundlagen der Verknüpfung und Relationierung von Quellen und Wissen im Kontext des Wikiversums, insbesondere unter Nutzung von WikiData, zu verstehen und anzuwenden,
- KI-Agents zur Unterstützung für die genannten Prozesse zu entwickeln und zu nutzen.
- Seminar – [GLS - Lasch] - Grönland, Surinam, Südafrika: Postkoloniale linguistische Studien
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte die Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) ein globales Netzwerk von Missionsstationen – unter anderem in der Arktis (Grönland/Labrador), in der Karibik und Südamerika (Surinam) sowie im südlichen Afrika (Genadendal/Mamre). Die Missionarinnen und Missionare hinterließen umfangreiche Text- und Wissensarchive: von handschriftlichen Diarien, Reiseberichten und Lebensläufen bis hin zu Wörterbüchern, Grammatiken, Bibelübersetzungen und Gesangbüchern in indigenen, kreolischen und Kontaktsprachen (u. a. Kalaallisut, Sranantongo, Khoisan-Sprachen, frühe Varietäten des Afrikaans). Das Seminar widmet sich der sprach- und diskursgeschichtlichen Analyse dieser Quellen aus einer postkolonial-linguistischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen folgende Schwerpunkte: Wie wurden indigene und kreolisierte Sprachen von europäischen Akteuren erfasst, verschriftlicht und normiert? Welche Sprachkontaktphänomene und Übersetzungsprozesse spiegeln sich in den Texten wider? Auf welche Weise prägten missionarische Narrationen die europäische Wahrnehmung des „Anderen“ und wie wurden lokale Narrative, Agency und Benennungspraktiken überformt oder überschrieben? Das erwartet Sie:
- Sie setzen sich mit den Konzepten des Postkolonialismus, der postkolonialen Sprachwissenschaft und der Missionsgeschichte auseinander.
- Sie sind in der Lage, historische Quellen kritisch auf koloniale Deutungsmuster, Sprachideologien, Machtasymmetrien und Spuren indigener Wissensbestände hin zu analysieren.
- Sie erproben digitale Methoden zur Erschließung historischer Handschriften und Drucke und lernen, digitale Werkzeuge reflektiert in linguistischen Fragestellungen einzusetzen.
- Sie entwickeln Fragestellungen zu Sprach- und Diskursphänomenen in mindestens einem der drei Zielräume (Grönland, Surinam oder Südafrika).
- Seminar – [GLS - Zhang] - Framesemantik
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar führt in die Framesemantik als kognitiv fundierte Bedeutungstheorie ein, wie sie von Charles Fillmore in den 1970er und 1980er Jahren begründet wurde, und untersucht ihre Anwendung in aktuellen linguistischen Fragestellungen. Ausgangspunkt ist die Grundannahme, dass die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke nicht isoliert, sondern relativ zu strukturierten Wissensrahmen, sogenannten Frames, verstanden werden muss. Im Zentrum stehen zunächst die theoretischen Grundlagen des Frame-Begriffs sowie seine Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Skripten und Schemata, bevor das Verhältnis von Framesemantik und Konstruktionsgrammatik, insbesondere die Frage des Frame-to-Form-Mapping, vertieft wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung lexikalischer und grammatischer Frames sowie auf der praktischen Arbeit mit der FrameNet-Datenbank als lexikografischem Ressourcenmodell, deren Aufbau und Annotationspraxis exemplarisch nachvollzogen werden. Darüber hinaus werden Anwendungsfelder der Framesemantik in der kontrastiven und typologischen Linguistik, der Metaphernanalyse, der Diskurslinguistik sowie in der Sprachdidaktik diskutiert, wobei stets auch die Grenzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Frame-Konzepts kritisch reflektiert werden. Die Studierenden sollen am Ende des Seminars in der Lage sein, die theoretischen Grundannahmen der Framesemantik eigenständig darzustellen, Frame-Analysen an authentischem Sprachmaterial durchzuführen, mit der FrameNet-Datenbank zu recherchieren und zu annotieren sowie den Nutzen framesemantischer Ansätze für eigene Forschungsfragen, etwa im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, kritisch zu bewerten.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Multimodalität
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar behandelt Multimodalität als Forschungsparadigma, das Kommunikation nicht auf verbalsprachliche Mittel beschränkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener semiotischer Ressourcen wie Sprache, Gestik, Mimik, Blick, Bild, Layout und Prosodie in den Blick nimmt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der systemisch-funktionalen Multimodalitätstheorie sowie Ansätzen der interaktionalen Linguistik werden die unterschiedlichen semiotischen Ressourcen und ihr Zusammenwirken vergleichend betrachtet. Darüber hinaus wird Multimodalität in digitalen und medialen Kontexten, etwa in sozialen Medien, Erklärvideos oder Werbung, sowie ihre Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht und die Sprachdidaktik thematisiert, wobei auch die Reichweite und methodischen Grenzen multimodaler Analysen kritisch diskutiert werden. Nach Abschluss des Seminars sollen die Studierenden zentrale Theorien und Modelle der Multimodalitätsforschung erläutern, multimodale Daten wie Video- und Bild-Text-Kombinationen systematisch beschreiben und transkribieren, geeignete Analysetools für multimodale Fragestellungen auswählen und anwenden sowie die Relevanz multimodaler Ansätze für die eigene Fachrichtung, etwa die Sprachlehr- und -lernforschung, reflektieren können.
- Seminar – [ALI - Bergmann] - TEXTweltEN
- Lehrperson
-
- Dr. Regina Bergmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/0004/U In Präsenz - Beschreibung
- Texte sind im Alltag omnipräsent, dabei interessiert sich die Linguistik wissenschaftshistorisch gesehen noch gar nicht so lange für das größte der sprachlichen Zeichen. Der für das Seminar gewählte Zugang bietet nicht nur eine Einführung in ein sehr spannendes linguistisches Teilgebiet, es gibt auch kleine Ausflüge in die „Anwendungszonen“, etwa die institutionelle Kommunikation.
Das Spektrum, das die linguistische Forschung mittlerweile mit dem Blick auf das Textliche aufgreift, reicht von den „kleinen Texten“ über „Gebrauchstexte“ bis hin zum Verhältnis von Text und Bild, zu medial unterschiedlich konstituierten Texten, zu Texten in ihrer räumlichen Umgebung und zu Fragen, inwieweit Texte Teil, Begleiter, und Anlass von Interaktion oder überhaupt als Interaktion darstellbar sind. Allen Denkrichtungen zugrunde liegt die Einsicht: Text ist mehr als eine Ansammlung von Sätzen, mit Texten erschaffen wir Welten und sie sind die Grundlage für unser kommunikatives Miteinander. - Literatur
- Brinker, Klaus; Cölfen, Hermann; Pappert, Steffen (2018): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 9. durchgesehene Auflage. ; Erich-Schmidt-Verlag Berlin
- Seminar – [ALI - Meier-Vieracker] - Sprachliche Zweifelsfälle
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde HSZ 0405 In Präsenz - Beschreibung
- Durch unsere – insbesondere schulische – sprachliche Sozialisation gehen wir davon aus, dass die grammatischen und orthorgraphischen Regeln des Standarddeutschen eindeutig sind. Schon ein flüchtiger Blick in Sprachkorpora zeigt aber, dass diese Annahme kaum der sprachlichen Wirklichkeit entspricht. Es gibt eine Fülle sogenannter sprachlicher Zweifelsfälle, wo nicht klar ist, welche von mindestens zwei Varianten nun standardsprachlich korrekt ist. Heißt es gewinkt oder gewunken? Anfang diesen Jahres oder dieses Jahres? Ein rosa Kleid oder rosanes Kleid, oder muss man gleich rosafarbenes Kleid sagen? Muss es dank des schönen Wetters oder dank dem schönen Wetter heißen? Und auf welcher Silbe betont man eigentlich durchaus?
Sprachliche Zweifelsfälle sind die Stellen im System, wo die Standardisierungsbemühungen, die für das Deutsche seit über 300 Jahren unternommen wurden, an ihre Grenzen kommen. Regionale Variation und Registervielfalt sind nur zwei Gründe, die die Erwartung des einen verbindlichen Standards immer wieder durchkreuzen. Aus der Untersuchung von sprachlichen Zweifelsfällen und ihrer (oftmals sehr emotionalen) Thematisierung im Alltag kann man viel lernen. Und zwar nicht nur über die Regeln des Standarddeutschen selbst, sondern auch über ihre Entstehung, ihre soziale Funktion in einer stratifizierten Gesellschaft und über die sprachideologischen Wissensbestände, die ihnen zugrunde liegen. Schließlich sind sprachliche Zweifelsfälle ein geeigneter Gegenstand, um korpuslinguistische Methoden einzuüben.
Im Seminar wollen wir uns zunächst die seit einigen Jahren florierende Forschung zu sprachlichen Zweifelsfällen erschließen und ausgesuchte Zweifelsfälle und die metasprachlichen Thematisierungen selbständig untersuchen. Auch über didaktische Implikationen für den schulischen Deutschunterricht werden wir uns Gedanken machen. - Literatur
-
- Klein, Wolf Peter (2003): Sprachliche Zweifelsfälle als linguistischer Gegenstand. Zur Einführung in ein vergessenes Thema der Sprachwissenschaft. In: Linguistik Online 16, https://doi.org/10.13092/lo.16.793.
- Klein, Wolf Peter (2018): Sprachliche Zweifelsfälle im Deutschen: Theorie, Praxis, Geschichte. Berlin, Boston: De Gruyter.
- Szczepaniak, Renata (2025): Sprachliche Zweifelsfälle: Definition, Betrachtungsdimensionen und Erforschung (= Narr Studienbücher). Tübingen: Narr Francke Attempto.
- Seminar – [DAZ - Harfmann] - Schreibprozessforschung
- Lehrperson
-
- Martin Harfmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde BSS/0109/U In Präsenz - Beschreibung
- In diesem Seminar werden zunächst empirische Forschungsmethoden in Linguistik und Sprachlehrforschung diskutiert, wobei auf häufige Datenerhebungsmethoden wie z.B. Beobachtung, Befragung und Experiment eingegangen wird. Dann wird speziell auf Methoden zur empirischen Erforschung des Schreibens und auf Schreibprozessmodelle in Deutsch als Zweitsprache eingegangen. Schließlich werden das schriftliche Argumentieren und die Entwicklung wissenschaftlicher Textkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der Zweitsprache Deutsch fokussiert.
Hinweis zum EF DaZ
Dieses Seminar ist zugehörig zum Modul „Förderung sprachlicher Kompetenzen in der Sekundarstufe I und II“ (SLK-SEGY-DAZ-FSK, SLK-SEBS-DAZ-FSK).
SLK-MAWP-DEU-S1SPR
(Spezialisierungsmodul 1: Sprache und Kultur)
- Seminar – [GLS - Lasch] - Digitale Edition
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 2. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Dieses Seminar befasst sich mit den grundlegenden Methoden und Herausforderungen der Digitalen Edition im Kontext der Digital Humanities. Die Verfügbarmachung historischer Quellen für Forschung, Lehre und eine interessierte Öffentlichkeit stellt eine zentrale Herausforderung dar. Ziel des Seminars ist es, den gesamten Workflow von der Bilddigitalisierung bis zur publizierbaren, digital angereicherten Textedition praktisch zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erschließung von vormodernen Handschriften auch mit Unterstützung durch generative KI. Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars werden Sie in der Lage sein,
- die Prinzipien und Standards der Digitalen Edition zu verstehen und praktisch anzuwenden,
- historische Handschriften, inklusive solcher in der Kurrentschrift, digital zu erschließen, zu transkribieren und zu verifizieren (auch auf der Basis von Optical Character Recognition (OCR),
- Texte in einem TEI-konformen XML-Format zu kodieren und mit umfassenden Metadaten sowie linguistischen Informationen anzureichern,
- Grundlagen der Verknüpfung und Relationierung von Quellen und Wissen im Kontext des Wikiversums, insbesondere unter Nutzung von WikiData, zu verstehen und anzuwenden,
- KI-Agents zur Unterstützung für die genannten Prozesse zu entwickeln und zu nutzen.
- Seminar – [GLS - Lasch] - Grönland, Surinam, Südafrika: Postkoloniale linguistische Studien
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte die Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) ein globales Netzwerk von Missionsstationen – unter anderem in der Arktis (Grönland/Labrador), in der Karibik und Südamerika (Surinam) sowie im südlichen Afrika (Genadendal/Mamre). Die Missionarinnen und Missionare hinterließen umfangreiche Text- und Wissensarchive: von handschriftlichen Diarien, Reiseberichten und Lebensläufen bis hin zu Wörterbüchern, Grammatiken, Bibelübersetzungen und Gesangbüchern in indigenen, kreolischen und Kontaktsprachen (u. a. Kalaallisut, Sranantongo, Khoisan-Sprachen, frühe Varietäten des Afrikaans). Das Seminar widmet sich der sprach- und diskursgeschichtlichen Analyse dieser Quellen aus einer postkolonial-linguistischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen folgende Schwerpunkte: Wie wurden indigene und kreolisierte Sprachen von europäischen Akteuren erfasst, verschriftlicht und normiert? Welche Sprachkontaktphänomene und Übersetzungsprozesse spiegeln sich in den Texten wider? Auf welche Weise prägten missionarische Narrationen die europäische Wahrnehmung des „Anderen“ und wie wurden lokale Narrative, Agency und Benennungspraktiken überformt oder überschrieben? Das erwartet Sie:
- Sie setzen sich mit den Konzepten des Postkolonialismus, der postkolonialen Sprachwissenschaft und der Missionsgeschichte auseinander.
- Sie sind in der Lage, historische Quellen kritisch auf koloniale Deutungsmuster, Sprachideologien, Machtasymmetrien und Spuren indigener Wissensbestände hin zu analysieren.
- Sie erproben digitale Methoden zur Erschließung historischer Handschriften und Drucke und lernen, digitale Werkzeuge reflektiert in linguistischen Fragestellungen einzusetzen.
- Sie entwickeln Fragestellungen zu Sprach- und Diskursphänomenen in mindestens einem der drei Zielräume (Grönland, Surinam oder Südafrika).
- Seminar – [GLS - Zhang] - Framesemantik
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar führt in die Framesemantik als kognitiv fundierte Bedeutungstheorie ein, wie sie von Charles Fillmore in den 1970er und 1980er Jahren begründet wurde, und untersucht ihre Anwendung in aktuellen linguistischen Fragestellungen. Ausgangspunkt ist die Grundannahme, dass die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke nicht isoliert, sondern relativ zu strukturierten Wissensrahmen, sogenannten Frames, verstanden werden muss. Im Zentrum stehen zunächst die theoretischen Grundlagen des Frame-Begriffs sowie seine Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Skripten und Schemata, bevor das Verhältnis von Framesemantik und Konstruktionsgrammatik, insbesondere die Frage des Frame-to-Form-Mapping, vertieft wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung lexikalischer und grammatischer Frames sowie auf der praktischen Arbeit mit der FrameNet-Datenbank als lexikografischem Ressourcenmodell, deren Aufbau und Annotationspraxis exemplarisch nachvollzogen werden. Darüber hinaus werden Anwendungsfelder der Framesemantik in der kontrastiven und typologischen Linguistik, der Metaphernanalyse, der Diskurslinguistik sowie in der Sprachdidaktik diskutiert, wobei stets auch die Grenzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Frame-Konzepts kritisch reflektiert werden. Die Studierenden sollen am Ende des Seminars in der Lage sein, die theoretischen Grundannahmen der Framesemantik eigenständig darzustellen, Frame-Analysen an authentischem Sprachmaterial durchzuführen, mit der FrameNet-Datenbank zu recherchieren und zu annotieren sowie den Nutzen framesemantischer Ansätze für eigene Forschungsfragen, etwa im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, kritisch zu bewerten.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Multimodalität
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar behandelt Multimodalität als Forschungsparadigma, das Kommunikation nicht auf verbalsprachliche Mittel beschränkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener semiotischer Ressourcen wie Sprache, Gestik, Mimik, Blick, Bild, Layout und Prosodie in den Blick nimmt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der systemisch-funktionalen Multimodalitätstheorie sowie Ansätzen der interaktionalen Linguistik werden die unterschiedlichen semiotischen Ressourcen und ihr Zusammenwirken vergleichend betrachtet. Darüber hinaus wird Multimodalität in digitalen und medialen Kontexten, etwa in sozialen Medien, Erklärvideos oder Werbung, sowie ihre Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht und die Sprachdidaktik thematisiert, wobei auch die Reichweite und methodischen Grenzen multimodaler Analysen kritisch diskutiert werden. Nach Abschluss des Seminars sollen die Studierenden zentrale Theorien und Modelle der Multimodalitätsforschung erläutern, multimodale Daten wie Video- und Bild-Text-Kombinationen systematisch beschreiben und transkribieren, geeignete Analysetools für multimodale Fragestellungen auswählen und anwenden sowie die Relevanz multimodaler Ansätze für die eigene Fachrichtung, etwa die Sprachlehr- und -lernforschung, reflektieren können.
- Seminar – [ALI - Bergmann] - TEXTweltEN
- Lehrperson
-
- Dr. Regina Bergmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/0004/U In Präsenz - Beschreibung
- Texte sind im Alltag omnipräsent, dabei interessiert sich die Linguistik wissenschaftshistorisch gesehen noch gar nicht so lange für das größte der sprachlichen Zeichen. Der für das Seminar gewählte Zugang bietet nicht nur eine Einführung in ein sehr spannendes linguistisches Teilgebiet, es gibt auch kleine Ausflüge in die „Anwendungszonen“, etwa die institutionelle Kommunikation.
Das Spektrum, das die linguistische Forschung mittlerweile mit dem Blick auf das Textliche aufgreift, reicht von den „kleinen Texten“ über „Gebrauchstexte“ bis hin zum Verhältnis von Text und Bild, zu medial unterschiedlich konstituierten Texten, zu Texten in ihrer räumlichen Umgebung und zu Fragen, inwieweit Texte Teil, Begleiter, und Anlass von Interaktion oder überhaupt als Interaktion darstellbar sind. Allen Denkrichtungen zugrunde liegt die Einsicht: Text ist mehr als eine Ansammlung von Sätzen, mit Texten erschaffen wir Welten und sie sind die Grundlage für unser kommunikatives Miteinander. - Literatur
- Brinker, Klaus; Cölfen, Hermann; Pappert, Steffen (2018): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 9. durchgesehene Auflage. ; Erich-Schmidt-Verlag Berlin
- Seminar – [ALI - Meier-Vieracker] - Sprachliche Zweifelsfälle
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde HSZ 0405 In Präsenz - Beschreibung
- Durch unsere – insbesondere schulische – sprachliche Sozialisation gehen wir davon aus, dass die grammatischen und orthorgraphischen Regeln des Standarddeutschen eindeutig sind. Schon ein flüchtiger Blick in Sprachkorpora zeigt aber, dass diese Annahme kaum der sprachlichen Wirklichkeit entspricht. Es gibt eine Fülle sogenannter sprachlicher Zweifelsfälle, wo nicht klar ist, welche von mindestens zwei Varianten nun standardsprachlich korrekt ist. Heißt es gewinkt oder gewunken? Anfang diesen Jahres oder dieses Jahres? Ein rosa Kleid oder rosanes Kleid, oder muss man gleich rosafarbenes Kleid sagen? Muss es dank des schönen Wetters oder dank dem schönen Wetter heißen? Und auf welcher Silbe betont man eigentlich durchaus?
Sprachliche Zweifelsfälle sind die Stellen im System, wo die Standardisierungsbemühungen, die für das Deutsche seit über 300 Jahren unternommen wurden, an ihre Grenzen kommen. Regionale Variation und Registervielfalt sind nur zwei Gründe, die die Erwartung des einen verbindlichen Standards immer wieder durchkreuzen. Aus der Untersuchung von sprachlichen Zweifelsfällen und ihrer (oftmals sehr emotionalen) Thematisierung im Alltag kann man viel lernen. Und zwar nicht nur über die Regeln des Standarddeutschen selbst, sondern auch über ihre Entstehung, ihre soziale Funktion in einer stratifizierten Gesellschaft und über die sprachideologischen Wissensbestände, die ihnen zugrunde liegen. Schließlich sind sprachliche Zweifelsfälle ein geeigneter Gegenstand, um korpuslinguistische Methoden einzuüben.
Im Seminar wollen wir uns zunächst die seit einigen Jahren florierende Forschung zu sprachlichen Zweifelsfällen erschließen und ausgesuchte Zweifelsfälle und die metasprachlichen Thematisierungen selbständig untersuchen. Auch über didaktische Implikationen für den schulischen Deutschunterricht werden wir uns Gedanken machen. - Literatur
-
- Klein, Wolf Peter (2003): Sprachliche Zweifelsfälle als linguistischer Gegenstand. Zur Einführung in ein vergessenes Thema der Sprachwissenschaft. In: Linguistik Online 16, https://doi.org/10.13092/lo.16.793.
- Klein, Wolf Peter (2018): Sprachliche Zweifelsfälle im Deutschen: Theorie, Praxis, Geschichte. Berlin, Boston: De Gruyter.
- Szczepaniak, Renata (2025): Sprachliche Zweifelsfälle: Definition, Betrachtungsdimensionen und Erforschung (= Narr Studienbücher). Tübingen: Narr Francke Attempto.
- Seminar – [DAZ - Harfmann] - Schreibprozessforschung
- Lehrperson
-
- Martin Harfmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde BSS/0109/U In Präsenz - Beschreibung
- In diesem Seminar werden zunächst empirische Forschungsmethoden in Linguistik und Sprachlehrforschung diskutiert, wobei auf häufige Datenerhebungsmethoden wie z.B. Beobachtung, Befragung und Experiment eingegangen wird. Dann wird speziell auf Methoden zur empirischen Erforschung des Schreibens und auf Schreibprozessmodelle in Deutsch als Zweitsprache eingegangen. Schließlich werden das schriftliche Argumentieren und die Entwicklung wissenschaftlicher Textkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der Zweitsprache Deutsch fokussiert.
Hinweis zum EF DaZ
Dieses Seminar ist zugehörig zum Modul „Förderung sprachlicher Kompetenzen in der Sekundarstufe I und II“ (SLK-SEGY-DAZ-FSK, SLK-SEBS-DAZ-FSK).
SLK-MAWP-DEU-S2SPR
(Spezialisierungsmodul 2: Sprache und Kultur)
- Seminar – [GLS - Lasch] - Digitale Edition
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 2. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Dieses Seminar befasst sich mit den grundlegenden Methoden und Herausforderungen der Digitalen Edition im Kontext der Digital Humanities. Die Verfügbarmachung historischer Quellen für Forschung, Lehre und eine interessierte Öffentlichkeit stellt eine zentrale Herausforderung dar. Ziel des Seminars ist es, den gesamten Workflow von der Bilddigitalisierung bis zur publizierbaren, digital angereicherten Textedition praktisch zu vermitteln. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erschließung von vormodernen Handschriften auch mit Unterstützung durch generative KI. Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars werden Sie in der Lage sein,
- die Prinzipien und Standards der Digitalen Edition zu verstehen und praktisch anzuwenden,
- historische Handschriften, inklusive solcher in der Kurrentschrift, digital zu erschließen, zu transkribieren und zu verifizieren (auch auf der Basis von Optical Character Recognition (OCR),
- Texte in einem TEI-konformen XML-Format zu kodieren und mit umfassenden Metadaten sowie linguistischen Informationen anzureichern,
- Grundlagen der Verknüpfung und Relationierung von Quellen und Wissen im Kontext des Wikiversums, insbesondere unter Nutzung von WikiData, zu verstehen und anzuwenden,
- KI-Agents zur Unterstützung für die genannten Prozesse zu entwickeln und zu nutzen.
- Seminar – [GLS - Lasch] - Grönland, Surinam, Südafrika: Postkoloniale linguistische Studien
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Donnerstag 3. Doppelstunde W48/0001/U In Präsenz - Beschreibung
- Im 18. und 19. Jahrhundert etablierte die Herrnhuter Brüdergemeine (Moravian Church) ein globales Netzwerk von Missionsstationen – unter anderem in der Arktis (Grönland/Labrador), in der Karibik und Südamerika (Surinam) sowie im südlichen Afrika (Genadendal/Mamre). Die Missionarinnen und Missionare hinterließen umfangreiche Text- und Wissensarchive: von handschriftlichen Diarien, Reiseberichten und Lebensläufen bis hin zu Wörterbüchern, Grammatiken, Bibelübersetzungen und Gesangbüchern in indigenen, kreolischen und Kontaktsprachen (u. a. Kalaallisut, Sranantongo, Khoisan-Sprachen, frühe Varietäten des Afrikaans). Das Seminar widmet sich der sprach- und diskursgeschichtlichen Analyse dieser Quellen aus einer postkolonial-linguistischen Perspektive. Im Mittelpunkt stehen folgende Schwerpunkte: Wie wurden indigene und kreolisierte Sprachen von europäischen Akteuren erfasst, verschriftlicht und normiert? Welche Sprachkontaktphänomene und Übersetzungsprozesse spiegeln sich in den Texten wider? Auf welche Weise prägten missionarische Narrationen die europäische Wahrnehmung des „Anderen“ und wie wurden lokale Narrative, Agency und Benennungspraktiken überformt oder überschrieben? Das erwartet Sie:
- Sie setzen sich mit den Konzepten des Postkolonialismus, der postkolonialen Sprachwissenschaft und der Missionsgeschichte auseinander.
- Sie sind in der Lage, historische Quellen kritisch auf koloniale Deutungsmuster, Sprachideologien, Machtasymmetrien und Spuren indigener Wissensbestände hin zu analysieren.
- Sie erproben digitale Methoden zur Erschließung historischer Handschriften und Drucke und lernen, digitale Werkzeuge reflektiert in linguistischen Fragestellungen einzusetzen.
- Sie entwickeln Fragestellungen zu Sprach- und Diskursphänomenen in mindestens einem der drei Zielräume (Grönland, Surinam oder Südafrika).
- Vorlesung – [GLS - Lasch] - Konstruktionsdidaktik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Alexander Lasch
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 100
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Freitag 2. Doppelstunde ABS/0E08/H In Präsenz - Beschreibung
- Die Vorlesung "Konstruktionsdidkatik" schließt an die Vorlesungen "Konstruktionsgrammatik" (WiSe 2025) und "Grammatik in der Schule" (SoSe 2026) an und nimmt auch Anregungen aus dem Seminar "Morphologie" (SoSe 2026) auf. Die Vorlesung bietet die Möglichkeit zur theoriegeleiteten Auffrischung des Grammatikwissens aus funktionaler und kognitionslinguistischer Perspektive auf der einen Seite. Hauptgegenstand der Vorlesung ist aber auf der anderen Seite die Entwicklung von konkretem Unterrichtsmaterial auf der Basis der Prämissen von framesemantisch orientierter Konstruktionsgrammatik und Konstruktionsdidaktik.
- Literatur
- Standardliteratur für eine Grammatikvorlesung zu empfehlen, ist schwierig - aber Sie sollten eine aktuelle Ausgabe der DUDEN-Grammatik (Bd. 4 der DUDEN-Reihe) Ihr eigen nennen und sich mit dem grammatischen Informationsportal des IDS (https://grammis.ids-mannheim.de/) vertraut machen.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Framesemantik
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar führt in die Framesemantik als kognitiv fundierte Bedeutungstheorie ein, wie sie von Charles Fillmore in den 1970er und 1980er Jahren begründet wurde, und untersucht ihre Anwendung in aktuellen linguistischen Fragestellungen. Ausgangspunkt ist die Grundannahme, dass die Bedeutung sprachlicher Ausdrücke nicht isoliert, sondern relativ zu strukturierten Wissensrahmen, sogenannten Frames, verstanden werden muss. Im Zentrum stehen zunächst die theoretischen Grundlagen des Frame-Begriffs sowie seine Abgrenzung zu verwandten Konzepten wie Skripten und Schemata, bevor das Verhältnis von Framesemantik und Konstruktionsgrammatik, insbesondere die Frage des Frame-to-Form-Mapping, vertieft wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterscheidung lexikalischer und grammatischer Frames sowie auf der praktischen Arbeit mit der FrameNet-Datenbank als lexikografischem Ressourcenmodell, deren Aufbau und Annotationspraxis exemplarisch nachvollzogen werden. Darüber hinaus werden Anwendungsfelder der Framesemantik in der kontrastiven und typologischen Linguistik, der Metaphernanalyse, der Diskurslinguistik sowie in der Sprachdidaktik diskutiert, wobei stets auch die Grenzen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Frame-Konzepts kritisch reflektiert werden. Die Studierenden sollen am Ende des Seminars in der Lage sein, die theoretischen Grundannahmen der Framesemantik eigenständig darzustellen, Frame-Analysen an authentischem Sprachmaterial durchzuführen, mit der FrameNet-Datenbank zu recherchieren und zu annotieren sowie den Nutzen framesemantischer Ansätze für eigene Forschungsfragen, etwa im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, kritisch zu bewerten.
- Seminar – [GLS - Zhang] - Multimodalität
- Lehrperson
-
- Dr. Bin Zhang
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 4. Doppelstunde BSS/0E49/U In Präsenz - Beschreibung
- Das Seminar behandelt Multimodalität als Forschungsparadigma, das Kommunikation nicht auf verbalsprachliche Mittel beschränkt, sondern das Zusammenspiel verschiedener semiotischer Ressourcen wie Sprache, Gestik, Mimik, Blick, Bild, Layout und Prosodie in den Blick nimmt. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen der systemisch-funktionalen Multimodalitätstheorie sowie Ansätzen der interaktionalen Linguistik werden die unterschiedlichen semiotischen Ressourcen und ihr Zusammenwirken vergleichend betrachtet. Darüber hinaus wird Multimodalität in digitalen und medialen Kontexten, etwa in sozialen Medien, Erklärvideos oder Werbung, sowie ihre Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht und die Sprachdidaktik thematisiert, wobei auch die Reichweite und methodischen Grenzen multimodaler Analysen kritisch diskutiert werden. Nach Abschluss des Seminars sollen die Studierenden zentrale Theorien und Modelle der Multimodalitätsforschung erläutern, multimodale Daten wie Video- und Bild-Text-Kombinationen systematisch beschreiben und transkribieren, geeignete Analysetools für multimodale Fragestellungen auswählen und anwenden sowie die Relevanz multimodaler Ansätze für die eigene Fachrichtung, etwa die Sprachlehr- und -lernforschung, reflektieren können.
- Seminar – [ALI - Bergmann] - TEXTweltEN
- Lehrperson
-
- Dr. Regina Bergmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 2. Doppelstunde W48/0004/U In Präsenz - Beschreibung
- Texte sind im Alltag omnipräsent, dabei interessiert sich die Linguistik wissenschaftshistorisch gesehen noch gar nicht so lange für das größte der sprachlichen Zeichen. Der für das Seminar gewählte Zugang bietet nicht nur eine Einführung in ein sehr spannendes linguistisches Teilgebiet, es gibt auch kleine Ausflüge in die „Anwendungszonen“, etwa die institutionelle Kommunikation.
Das Spektrum, das die linguistische Forschung mittlerweile mit dem Blick auf das Textliche aufgreift, reicht von den „kleinen Texten“ über „Gebrauchstexte“ bis hin zum Verhältnis von Text und Bild, zu medial unterschiedlich konstituierten Texten, zu Texten in ihrer räumlichen Umgebung und zu Fragen, inwieweit Texte Teil, Begleiter, und Anlass von Interaktion oder überhaupt als Interaktion darstellbar sind. Allen Denkrichtungen zugrunde liegt die Einsicht: Text ist mehr als eine Ansammlung von Sätzen, mit Texten erschaffen wir Welten und sie sind die Grundlage für unser kommunikatives Miteinander. - Literatur
- Brinker, Klaus; Cölfen, Hermann; Pappert, Steffen (2018): Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. 9. durchgesehene Auflage. ; Erich-Schmidt-Verlag Berlin
- Seminar – [ALI - Meier-Vieracker] - Sprachliche Zweifelsfälle
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 40
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 3. Doppelstunde HSZ 0405 In Präsenz - Beschreibung
- Durch unsere – insbesondere schulische – sprachliche Sozialisation gehen wir davon aus, dass die grammatischen und orthorgraphischen Regeln des Standarddeutschen eindeutig sind. Schon ein flüchtiger Blick in Sprachkorpora zeigt aber, dass diese Annahme kaum der sprachlichen Wirklichkeit entspricht. Es gibt eine Fülle sogenannter sprachlicher Zweifelsfälle, wo nicht klar ist, welche von mindestens zwei Varianten nun standardsprachlich korrekt ist. Heißt es gewinkt oder gewunken? Anfang diesen Jahres oder dieses Jahres? Ein rosa Kleid oder rosanes Kleid, oder muss man gleich rosafarbenes Kleid sagen? Muss es dank des schönen Wetters oder dank dem schönen Wetter heißen? Und auf welcher Silbe betont man eigentlich durchaus?
Sprachliche Zweifelsfälle sind die Stellen im System, wo die Standardisierungsbemühungen, die für das Deutsche seit über 300 Jahren unternommen wurden, an ihre Grenzen kommen. Regionale Variation und Registervielfalt sind nur zwei Gründe, die die Erwartung des einen verbindlichen Standards immer wieder durchkreuzen. Aus der Untersuchung von sprachlichen Zweifelsfällen und ihrer (oftmals sehr emotionalen) Thematisierung im Alltag kann man viel lernen. Und zwar nicht nur über die Regeln des Standarddeutschen selbst, sondern auch über ihre Entstehung, ihre soziale Funktion in einer stratifizierten Gesellschaft und über die sprachideologischen Wissensbestände, die ihnen zugrunde liegen. Schließlich sind sprachliche Zweifelsfälle ein geeigneter Gegenstand, um korpuslinguistische Methoden einzuüben.
Im Seminar wollen wir uns zunächst die seit einigen Jahren florierende Forschung zu sprachlichen Zweifelsfällen erschließen und ausgesuchte Zweifelsfälle und die metasprachlichen Thematisierungen selbständig untersuchen. Auch über didaktische Implikationen für den schulischen Deutschunterricht werden wir uns Gedanken machen. - Literatur
-
- Klein, Wolf Peter (2003): Sprachliche Zweifelsfälle als linguistischer Gegenstand. Zur Einführung in ein vergessenes Thema der Sprachwissenschaft. In: Linguistik Online 16, https://doi.org/10.13092/lo.16.793.
- Klein, Wolf Peter (2018): Sprachliche Zweifelsfälle im Deutschen: Theorie, Praxis, Geschichte. Berlin, Boston: De Gruyter.
- Szczepaniak, Renata (2025): Sprachliche Zweifelsfälle: Definition, Betrachtungsdimensionen und Erforschung (= Narr Studienbücher). Tübingen: Narr Francke Attempto.
- Vorlesung – [ALI - Meier-Vieracker] - Einführung in die Angewandte Linguistik
- Lehrperson
-
- Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 80
- Einschreibung
-
- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
-
Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Dienstag 4. Doppelstunde HSZ/0401 Hybrid - Beschreibung
- In der Vorlesung behandeln wir einige jener Teilbereiche der Linguistik, die früher gerne als Bindestrichlinguistiken marginalisiert werden, inzwischen aber längst den Anspruch haben, Sprache und Kommunikation gegenstandsadäquater zu modellieren als die vermeintlichen Kerngebiete: Gesprächslinguistik, Textlinguistik und Soziolinguistik. Hinzu treten einige Bereiche der Angewandten Linguistik, die an der gleichnamigen Professur eine besondere Rolle spielen und in Ihnen im Laufe des Studiums an der TU Dresden immer wieder begegnen werden, wie etwa die Korpuslinguistik, die Diskurslinguistik und die Medienlinguistik.
Die Vorlesung steht vollständig als YouTube-Playlist zur Verfügung. Die Videos werden ergänzt durch Selbstlernangebote auf OPAL. Im Zweiwochenrhythmus finden zudem (freiwillige) Präsenzsitzungen statt, in deren Rahmen Fragen besprochen und die Inhalte anhand von aktuellen Fallbeispielen vertiefend diskutiert werden. - Literatur
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- Knapp, Karlfried (Hg.) (2011): Angewandte Linguistik. Ein Lehrbuch. 3., vollst. überarb. und erw. Aufl. Tübingen: Francke. (= UTB Sprachwissenschaften 8275).
- Meer, Dorothee/Pick, Ina (2019): Einführung in die Angewandte Linguistik: Gespräche, Texte, Medienformate analysieren. Stuttgart: Metzler
- Seminar – [DAZ - Harfmann] - Schreibprozessforschung
- Lehrperson
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- Martin Harfmann
- Maximale Teilnehmeranzahl
- 30
- Einschreibung
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- Einschreibung über
- Über URL einschreiben
- Einschreibefrist
- Ab
- Termine
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Wochentag Uhrzeit Ort Durchführung Mittwoch 6. Doppelstunde BSS/0109/U In Präsenz - Beschreibung
- In diesem Seminar werden zunächst empirische Forschungsmethoden in Linguistik und Sprachlehrforschung diskutiert, wobei auf häufige Datenerhebungsmethoden wie z.B. Beobachtung, Befragung und Experiment eingegangen wird. Dann wird speziell auf Methoden zur empirischen Erforschung des Schreibens und auf Schreibprozessmodelle in Deutsch als Zweitsprache eingegangen. Schließlich werden das schriftliche Argumentieren und die Entwicklung wissenschaftlicher Textkompetenz von Schülerinnen und Schülern in der Zweitsprache Deutsch fokussiert.
Hinweis zum EF DaZ
Dieses Seminar ist zugehörig zum Modul „Förderung sprachlicher Kompetenzen in der Sekundarstufe I und II“ (SLK-SEGY-DAZ-FSK, SLK-SEBS-DAZ-FSK).